Sonntag, 24. Oktober 2010

Welcome Home…






…Hing an meiner Cabin-Tür als ich gestern in Barcelona auf die Quest gekommen bin und in mein Zimmer kam, das ich mir mit meiner allerbesten Schiffsfreundin Tuba teile! Wie hab ich mich gefreut, sie ist ein Schätzchen, was das angeht!

Aber kurz von vorn und zum mitschreiben: Ich bin gestern von der Journey ausgeschifft, nach dem mein lieber Kollege German aus den Ferien zurückgekommen ist, und mich abgelöst hat. In Amalfi hat mich eine dicke Mercedes S-Klasse mit Fahrer abgeholt (Concierge zu sein zahlt sich so langsam aber sicher aus!), und mich auf dem Weg nach Neapel über Amalfi, Ravello und vorbei an diesem wunderschönen Küstenstreifen geführt. Tolle Landschaft im späten Oktober, malerisch verführerisch, mit einem traumhaften Farbspiel der Bäume, vom Himmel und dem Meer. Das hat sich angefühlt wie ein Miniurlaub, war zumindest so erholsam wie einer. Unglaublich, wie man lernt, aus solchen Kurzsequenzen so viel Energie rauszuholen!
Einen albtraumhaften Flug später in Barcelona gelandet und mit ach und krach noch das Schiff erwischt. Und nun bin ich ganz durch den Wind, und verwechsle Schiff mit Schiff, Personen mit Leuten und Gesichtern. Und stelle wieder einmal fest: die Zeit r-e-n-n-t!

Meine letzte cruise an Bord der Journey, welche sich in nur zwei Monaten sensationell so ziemlich zu meinem Lieblingsschiff katapultiert hat, ging nach neben Ägypten auch nach Israel, und dort hab ich mir einen Traum erfüllt und bin zum Toten Meer gefahren. In Israel habe ich unheimlich nette Kontakte zu den Veranstaltern, und die haben mir ein Freude gemacht, und mir für einen Tag einen Fahrer und Wagen zur Verfügung gestellt, der uns Mädels herumgefahren hat. Das Gefühl, in diesem Salzwasser zu schweben, war einmalig, ich wusste nicht, was mich erwartet, aber so hatte ich es mir nicht vorgestellt. Unglaublich!! Wir haben das volle Programm mitgemacht, mit Totem Meer Schlamm (schwer zu übersehen) bis zur Sulfat-Dusche (original aus der Quelle) und relaxtem Dahinschweben im Toten Meer, wo man keine Muschel, keinen Stein, keinen Fisch (aha!) und nichts weiter als Salz und noch mal Salz sieht, schmeckt, riecht… Die Haut war weich und geölt, wie nach einem Bad in Milch und Honig. Alles in allem eine super tolle Erfahrung und trotz der zwei Stunden Fahrt pro Strecke – ich würd es jederzeit wieder machen!!

Für die nächsten vier Wochen sind wir noch in Mittelmeer unterwegs, bevor wir uns, wieder einmal, auf den Weg gen Osten machen. Bye bye for now und viele Grüße…

Samstag, 9. Oktober 2010

Der Sommer geht weiter…


… an Bord der Journey!

Drei Monate Ferien gehen um, wie im Flug, und mitgenommen hab ich die wohl schönsten Monate des Jahres. Großartiger Sommer, hach, war das schön!!
Nun bin ich wieder hier, bei der Cruise Line, die mit dem Schiff auch mal eine 360 Grad Wende macht, damit auch der letzte Gast an Bord im entlegensten Winkel den Sonnenuntergang vom Zimmer aus beobachten kann! Tatsächlich!

Eingestiegen in Kopenhagen, hat uns die erste Fahrt durch den Ärmelkanal über Rouen & Bordeaux geführt, wunderschön, dort sind wir den Fluss hochgefahren und sind bis zur letztmöglichen Brücke vorgefahren. Wir haben buchstäblich vor dem Marktplatz in Bordeaux gelegen, und das über Nacht. Danach sind wir weiter entlang der spanisch-portugiesischen Küste, durch die Straße von Gibraltar. In Gibraltar hab ich meinen Geburtstag gefeiert, mit guten Freunden, die ich nun schon vom letzten Vertrag kenne. Mit meiner lieben Freundin Helene hatte ich sogar neulich „Einjähriges“, zum Anlass gab’s Champagner :)!

Nun sind wir im Mittelmeer, und es ist die schönste Jahreszeit, die man sich hier nur wünschen kann. Keine überfüllten Orte, keine 40 Grad mehr, einfach herrlichstes Sommerwetter.

Vor ein paar Tagen hatte ich das erste Mal ein interessantes Schreck-Erlebnis an Bord: mit Total-Blackout ist alles ausgefallen, was man sich nur vorstellen kann, Wasser, Strom, Licht, Motoren, einfach alles. Es war über eine Stunde stock duster, und wir sind auf dem Weg nach Korsika nur so vor uns hin geschippert. Hat wohl am Heizöl gelegen, und es war auch schon später abends, aber trotzdem war es interessant zu sehen, wie es im Falle eines wirklichen Notfalls aussehen würde, und sich vor allem anfühlen würde. Es war weiter nicht dramatisch, und die Leute waren auch ruhig, der Captain hat uns permanent auf dem Laufenden gehalten, was los ist, und das beruhigt ja die Meute ungemein. Im Dunkeln sitzt es sich doch noch angenehmer, wenn man weiß, wo das Problem liegt, und vor allem, wenn man weiß, wann es wieder vorüber ist. Für einen richtig ernsten Fall haben wir ja unsere heißgeliebten zweiwöchentlichen Drills, und müssten somit auch einigermaßen wissen, was zu tun ist, für den Fall der Fälle…

Was war sonst noch so außergewöhnlich… Herr D. Ward hat uns die Ehre gegeben, DER Mann, der über 900 Kreuzfahrten in seinem Leben unternommen hat und den Berlitz Cruise Guide heraus gibt und da drin jedes Schiff bewertet. Seine Berichte sehen ungefähr so genau aus, wie das Logbuch auf der Kommandobrücke (10:09 Henrike hat nach zwei Mal Klingeln den Hörer abgenommen, ihr Ton war freundlich und sie hat mich höflich gefragt, how can I assist you; um 13:07 bin ich an Ihrem Schreibtisch in der Lobby vorbeigegangen, und obwohl ihre Desk hour schon seit 12 Uhr vorbei war, hat sie noch immer dort gesessen, und einem Gast mit Notfallsituation ausgeholfen; um 16:10 habe ich sie angerufen, um mir per Room Service Kaffee mit einem Tütchen Zucker und Sojamilch zu bestellen, und obwohl Henrike nichts mit Zimmerservice zu tun hat, bekam ich meinen Kaffee um 16:23; … Paradebeispiele! Und im Endeffekt hat es ihm super bei uns gefallen, das ist doch die Hauptsache.) Dann hatten wir noch ein paar geheime Kreuzfahrttester an Bord, ein Pärchen, getarnt als Honeymooners. Ich hab sie gehasst, weil er ständig mit irgendwelchen blöden Spezialwünschen und den ausgefallensten Anfragen zu mir kam, und im Endeffekt doch alles besser wusste. Als wir ein paar Wochen später einen 120 Seiten Bericht (wieder extrem ins Detail) bekamen, hab ich fast ein bisschen ein ungutes Gefühl bekommen, als ich deren Enttarnung mit Foto erfahren hatte. Aber auch da bin ich ziemlich ok weggekommen, eben ein richtiges Darling ;-)!

Ansonsten hat mich der Schiffsalltag so was von wieder. Aber durchweg im positiven Sinne. Ich mag das Schiff, meine neue Position, die Leute, und vor allem die Leute! Die meisten sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden. Alles in allem ein Riesenvergnügen, und das kommt from the bottom of my heart…

Nun bin ich schon wieder vor einem neuen Abschnitt: Hinter mir liegt ein Vollcharter von einem Reiseveranstalter nur für Lesbische Kunden, wir sind auf den Griechischen Inseln gewesen und die Damen haben sich pudelwohl bei uns gefühlt; und vor mir liegt die letzte Fahrt über Israel und Ägypten nach Rom, dort werde ich umsteigen, und auf die gute alte Quest umsatteln, um dann, wieder mal, nach Asien zu schippern. Weg möchte ich hier eigentlich nicht… aber gut, auf der anderen Seite erwarten sie mich auch schon und das freut mich doch auch sehr.

Liebe Grüße aus dem wunderschönen Mittelmeer, und es gilt weiterhin, dass ich höchst interessiert am Geschehen in den heimatlichen Gefilden bin....smile!