Sonntag, 25. Dezember 2011

Weihnachten ist da!

Aus dem wirklich atemberaubend schoenen Punta del Este in Uruguay schicke ich allerliebste Gruesse in die Welt und wuensche allerseits ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und gemuetliche Stunden im Kreise von Familie und Freunden.

Auch wenn ich natuerlich von Herzen gern bei meiner eigenen Familie sein wuerde (es sind nun wirklich schon vier Jahre in Folge, die ich Weihnachten zu Hause verpasse!!!) kann ich nur sagen, wie sehr uns hier auf der Journey ein wundervolles Fest beschert wird, wie in einer richtig kleinen, grossen Familie. Klingt ziemlich kitschig, aber alles, was fuer uns hergerichtet wird, von diversen Christmas-Dinners und -Buffets ueber Geschenke und Parties...von allen Jahren bisher an Bord - ist das mein Favorit!!
Es ist eine sehr warmherzige Stimmung und das ist doch die Hauptsache, dass sich jeder wie zu Hause fuehlt, auch wenn wir tausend Kilometer von daheim entfernt sind.

Wir erkunden gerade die Kueste zwischen Rio de Janeiro und Buenos Aires.
Wie lang hab ich davon getraeumt, hier her zu kommen, und all diese aufregenden Orte zu Gesicht zu bekommen...seit ich mit der Schiffsgeschichte angefangen hab. Und nun endlich!!!
Letzten Sonntag, am Vierten Advent, sind wir in Rio gewesen. Es war stressig, wir hatten Turnaround-Tag. Und ich war fuer's Erste nur auf dem Schiff, soviel muss an dieser stelle gesagt sein. Aber ich hab die Christus-Statue gesehn, tagsueber vor dick-grau-dunklen Schleierwolken, aber abends dann vor einem Lichtermeer und die Statue war hell erleuchtet und stand in einem dunklen Lichter-Panorama im Nachthimmel von RIO...jajajaaaa!!
Und dann sind wir zusammen mit 6 (!!!) anderen schiffen, auch der MS Deutschland, im Hafen gewesen und sind um 20uhr abgelegt, waehrend noch ein paar der grossen Schiffe im Hafen lagen und dann sind wir die Copacabana langsam abgefahren...am Zuckerhut vorbei....hach...GAENSEHAUT ! Und auch, wenn es vor einer Woche nur ein warming-up mit Rio und mir gab, werd ich die folgenden Aufenthalte, von denen wir zum Glueck einige haben, Vollgas geben, und das ganze Programm abklappern.
An Sylvester ist es soweit, es geht los, und mein erster Weg fuehrt mich natuerlich... hoch zum "Christ The Redeamer"!! Da geht fuer mich ein Traum in Erfuellung, ich hab fast keine Worte. Was fuer ein wundervoller Ort, um dem Jahr 2011 Good-bye zu sagen, und dann mit Millionen anderen Menschen im Feuerwerk von Rio ins Neue Jahr zu schlittern!!!

Allen zusammen wuensche ich ein glueckliches, gesundes und zufriedenes Neues Jahr & wir sehn uns hoffentlich wieder in 2012!!
Cheers!

Freitag, 16. Dezember 2011

Caipirinha, Capoeira & Feliz Natal


Fortaleza ist unser folgender Stop nach Belem gewesen. Dort haben wir die ultimative Gastfreundschaft der Brasilianer genossen: ein Gaestepaar, die Gast bei uns auf der vorherigen Reise waren, wohnen in Fortaleza und haben uns eingeladen, bei ihnen eine typische Brasilianische Feijoada zu kosten. Ein Eintopf mit viel Fleisch, Gewuerzen aus der Gegend und natuerlich mit roten Bohnen. Meine "Brazilian Gang" war schon seit Tagen total aus dem Haeuschen bei dem Gedanken darauf. Hab in mich gehorcht und mich gefragt...was, wenn mich jemand auf Bratwurst oder Eisbein einlaedt? Ich glaub ich wuerde nicht ganz so verrueckt werden, es sei denn es ist Dodo's beruehmte Martinsgans...!!! :) (2012...ich komme!!)
Zumindest sind nicht nur die Brasilianer, sondern auch Freunde eingeladen gewesen, und so sind wir mit 8 Leuten von der Crew bei Luis & Gladia einmarschiert. Ihre Hausmagde hatten uns schon beim Betreten ihrer Wohnung mit Caipirinha versorgt und wir sind nur so gemaestet worden, dass ich am Ende aus der Wohnung gerollt bin... Es war so herzlich, und lustig, und eine tolle Erfahrung. Ihre Art, Danke zu sagen, dafuer, dass wir sie bei uns an Bord so verwoehnt hatten.

In Natal haben wir eine Duenen-Buggy-Tour gemacht mit einem Cabrio-Buggy. Ich dachte, ich komme nicht heil wieder zurueck zum Schiff, so, wie der Typ die Duenen hoch und runter gerast ist!!! Am Ende war's aber Spass pur, und wir sind Duenen per Zipline und Surfboard gesurft!

Am darauffolgenden Tag haben wir Recife besucht. Interessant zu erfahren, dass wir dort dem Afrikanischen Kontinent naeher waren, als der Westlichen Landesgrenze von Brasilien. Diese Land ist so enorm gross, das merkt man speziell jetzt, wo wir Tage brauchen, um von einem Ort zum naechsten zu segeln und immer mit Vollgeschwindigkeit fahren. In Recife haben wir Olinda besucht, super huebsch. Mit bunt angestrichenen Haeuserfassaden, Kopfsteinpflasterstrassen, mit merkbar portugiesischem Einfluss.

Dieser wurde aber noch in verstaerkter Form im wunderschoenen Altstadtkern von Salvador de Bahia sichtbar: fand ich bisher das Highlight von allen Haefen im Land des Caipirinha & Capoeira!! Salvador besticht durch seine wundervoll restaurierte Altstadt, mit vielen Kirchen und Haeuserfassaden, die aus Europa stammen koennten. Auf der anderen Seite ist die Stadt gepraegt durch Afrikanische Wurzeln und nicht nur die Bevoelkerung, sondern auch die lokale Kueche vermitteln einen Geschmack von Afrika. Und die vielen Kunstgalerien ... ich werd' sonst selten schwach! Und es ist einfach ein angenehmes 'hustle and bustle" :)

Buzios ist unser letzter Stop, bevor wir e-n-d-l-i-c-h in Rio ankommen!! Suedamerikas Jetset-Ort, der auch "St. Tropez" von Suedamerika genannt wird. Brigitte Bardot laesst auch hier gruessen, sie hat den Ort 1968 besucht, und seitdem thront an der Strandpromenade ihre Statue und es ist ein Ort der Schoenen und Reichen.
Wir fahren hin, weil die Straende so toll sind, und natuerlich nehmen wir den Rest ebenso gern mit ;-)

Im Mosaic Cafe auf Deck 5 werden gerade Christmas Carols gesungen, und auch wenn wir hier nicht im Rhythmus von Adventswochenenden gehen, und die Temperaturen hier stetig in die Hoehe gehen, steht der Vierte Advent an, und ich moechte in diesem Sinne nicht verpassen, allen eine wundervolle Vorweihnachtszeit zu wuenschen!

Freitag, 9. Dezember 2011

Gruesse aus...Brasilien!

Der letzte Eintrag liegt etwas zurueck, und seitdem sind wir einige Meilen auf der See herumgeschippert.
Nicht, dass es nicht spannend war, vielleicht war es nur weniger exotisch als im Amazonas.

Nachdem wir diesen verlassen hatten, sind wir fuer knapp zwei Wochen in der Karibik unterwegs gewesen.
Ich wuerde untertreiben, wenn ich sagen wuerde, dass es nicht toll war. Herrliche kleine Inselchen, weit ab vom Schuss, und dann immer etwas nettes zum Unternehmen.
Hauptaufgabe: an einem schoenen, knackigen Bronzehautton arbeiten. Hartes Los! ;)
Dicht gefolgt von: Sightseeing. Und versuchen, nicht nur jeden Tag langweilig am Strand zu liegen!
Somit haben wir die Tage wunderschoen bunt gespickt mit verschiedenen Aktivitaeten.

In Virgin Gorda haben wir die "Baths" erkundet, und sind buchstaeblich ueber Stock und STEIN (jawohl, Riesenfelsen, wie wahllos an den Strand geschleudert) geklettert. Das Wasser in der Bucht ist so salzig, ich glaub, ich bin noch nie in so salzigem Wasser geschwommen. Autsch.

In St. John, Teil der US Virgin Islands Kette, haben wir in der Trunk Bay einen Unterwasser-Schnorchel-Pfad "abgeschnorchelt". Yaay!

In Nevis, einer winzig kleinen Insel, sind meine brasilianischen Freunde und ich gefuehlt wie auf den Spuren von "Fackeln im Sturm" gewandelt, und haben auf alten Zuckerplantagen-Farmhaeusern die wunderschoenen alten Haeuser besichtigt. In der Mitte dieser kleinen Insel thront ein Vulkan, von dem aus alles so lieblich in einem gruenen Teppich aus Palmen, Lianen, und dichtem Tropenwald hin zum Meeresufer abfaellt.

Highlight war wohl mal wieder jedermans Lieblingsinsel St. Barts, Teil der Franzoesischen Westindischen Inselkette. Wir haben einen Maedelstag angeordnet, uns ein Auto gemietet und sind den ganzen Tag wie angestochen ueber die Insel geflitzt, haben an den schoensten Straenden und wohl teuersten Hotels Stopp gemacht, und uns von Kopf bis Fuss verwoehnen lassen...Just because we can have it all!! Und Weihnachten steht ja nun auch langsam ins Haus, da kann man sich auch mal was goennen, gell?

Am vergangenen Wochenende sind wir in Barbados gewesen, um neue Gaeste aufzunehmen. Nicht viele, wir fahren gerademal mit 150 Gaesten, und sind mit 400 Crewmitgliedern deutlich in der Ueberzahl. Gute Gelegenheit, mal einen Gang runterzufahren waehrend dieser kommenden vierzehn Tage, auf dem Weg nach... RIO!!
Gestern waren wir in Belem, einer Stadt an der Muendung des Amazonas, in der 1.5 Mio Menschen leben. Wir ankern vor der Stadt, und wenn man rausguckt, sieht man nichts als Riesenhochhaeuser, die dank der Entfernung vom Schiff zur Kueste und der mind. 38 Grad Celsius Aussentemperatur leicht ineinander verschwimmen. Was es hier zu sehen gibt? Ausser einem riesigen local market "Ver-o-peso", auf dem man alle Waren nur im Kilo zu kaufen bekommt, bin ich mir nicht so sicher, und nachdem wir Manaus ausgiebig erkundet hatten, wurde mir gesagt, ich solle lieber auf unseren naechsten Hafen, Fortaleza, warten, da gaebe es deutlich mehr zu sehen und zu machen. Ich bin mit meiner Brasilianer-Gang raus auf einen Spaziergang, und wir haben die Schaetze dieses ausserordentlich grossen Marktes erkundet.

Unsere kleine Journey ist nun seit ein paar Tagen auch im Weihnachtsgewand. Wir haben zwei praechtige, leuchtende Weihnachtsbaeume in der Lobby stehen, ein grosser, weisser Weihnachtsstern kroent meinen Schreibtisch und emails von zu Hause kommen im Rhythmus der Adventswochenenden... :)
Es ist wohl mal wieder ein Jahr rum...!!! Tick tock!

Freitag, 18. November 2011

Papillon


Willkommen auf der Teufelsinsel, deren Gefangene ihr seid, und von der es kein Entrinnen gibt...
Ungefaehr so wurden hier vor zig Jahren die Verurteilten und Straeflinge willkommen geheissen, auf dieser kleinen Insel vor der Kueste Franzoesisch Guyanas, eines von drei kleinen Eilanden, die zu den Iles du Salut gehoeren.
Zumindest faengt so der Film 'Papillon' an, und erzaehlt die Geschichte, die hier ihren Ursprung fand.

Man koennte meinen, ein Paradis auf Erden, ich war sogar baden. Wohin die ganzen Haie von damals hin sind, ich hab keine Ahnung! :)
Aber wahrscheinlich ist es auch das Wissen, dass man nach einem Ausflug durch die leeren Gefaengniszellen (gruselig!! irgendwie furchteinfloessender als Alcatraz!) und diversen Gefaengnistrakte einfach wieder mit dem Boetchen verschwinden kann, um der Insel den Ruecken zu kehren. Diese Option hatten die Exilanten und Insassen von damals wohl kaum.

Kristina, liebe Gruesse von Deborah, ich hab sie gefunden & sie hat mir eine Orangina spendiert ;) Wieder einmal Beweis genug, was die Welt doch fuer ein Dorf ist!!!

Samstag, 12. November 2011

Boca de Valeria...und der Amazonas zeigt sich von seiner tierischen Seite






Gestern haben wir halt in Boca gemacht, kurz fuer Boca de Valeria. Da gibt es nichts, ausser ein paar Holzhuetten, die eine Wohnsiedlung bilden, und eine Schule, eine Kirche, und der Rest ist Wildnis, Amazonas-Seitenstraenge, und frische Luft.

Die Tenderboote haben uns direkt an den Strand gespuelt, und schon auf dem Weg dahin wurden wir von kleinen Kanus mit Einheimischen begruesst, die uns Baby-Faultiere und Aeffchen entgegenhielten.
Am Strand angekommen, erwartete uns eine Schar von bestimmt 200Einheimischen, hauptsaechlich Kids. Und dann ging es los...wir wurden an die Hand genommen, jeder hatte bestimmt zwei Kinder pro Hand, und man wurde herumgefuehrt. Durfte deren Haeuschen besuchen, die Schule anschauen, und vor allem Fotos mit all den Tieren machen, die sie fuer den Tag zur Schau stellen konnten (wohlweisslich).
Ein Fischer hat uns in seinem Kanu herumgefahren, die Landschaft war so lieblich, satt gruen, bunte Voegel in den Baeumen und in der Luft, Blumen am Flussufer, die totale Idylle Selbstverstaendlich nur mit dem gewissen Blick). Aber es war wirklich total aus der Ecke. Man kann sagen NOCH unberuehrt, aber wer weiss, wie viele Schiffe dort in Zukunft halt machen werden, und dann ist das bestimmt auch bald vorbei. Fuer jedes Foto one dollar one dollar. Oder was viele auch gemacht haben, und das war wirklich eine tolle Idee, und ich glaube, die Info findet man auch in Reisefuehrern fuer diese Gegend, naemlich kleine Geschenke mitbringen, die auch nuetzlich sind, anstelle von Geld. Schreibbloecke, Stifte, Papier, Bueromaterial fuer die Schule, T-shirts, Basecaps, und so weiter. Und das kam auch wirklich gut and und hilft ein klein wenig.
Highlight: Die Babyfaultiere...Himmel...!!

Heute sind wir in Alter do Chao.
Es ruft: der Strand (direkt vom Schiff sichtbar), die Bar am Strand (Caipirinha hallooo) und das brasilianische Restaurant (neben der Bar).
Boa dia... :)

Freitag, 11. November 2011

Back to the roots







Manaus, und wir sind weit, weit weg von allem!
1600KM in jede Richtung nichts als Urwald, endloser, tropischer Regenwald, und natuerlich die unzaehlbaren Seitenarme des Amazonas.
Teilweise fahren wir so dicht an der Boeschung vorbei, man koennte stundenlang an der Reeling stehen und Ausschau halten nach wildem Getier (wer die Zeit hat..).
Drei Tage haben wir in Manaus verbracht, und ich hab am Tag 1 eine Crew Tour mitgemacht, bei der wir auf dem Amazonas rumgeschippert sind, Riesen-Wasser-Lilien gesehen haben und Siedlungen entlang des Flusses...siehe Fotos. Ganz schoen hart! Einsam, abgschieden, aber vor allem bitterarm.

Manaus an sich, und der erste Eindruck, den wir vom Hafen bekommen haben...naja...eher abschreckend. Der Himmel, am ersten Tag bedeckt, hat auch nicht unbedingt die einladensten Seiten betont. Auch hier kann man das "Meeting of the Waters"-Schauspiel beobachten, am "Ursprung" des Amazonas, wo der Rio Solimões mit dem Rio Negro zusammen fliesst. Unter vorgehaltener Hand one muddy river meets another muddier river...Aber gut. Das ist schon beeindruckend!

Tag 2 bescherte uns wie aus dem Nicht die sonst ueblichen 40 Grad Celsius, und eine Feuchtigkeit...meine Guete! Und alles sah im Nu gleich viel freundlicher aus. Abends haben wir die Bars unsicher gemacht, und ich kann mich nicht entscheiden, eine Mischung aus Havanna's huebsch restaurierten Haeuserfassaden in allen moeglichen Farben, und auch ein Hauch von Mexico, mit den klein geschossigen Haeusern, eins neben dem anderen, alle dicht aneinandergereiht. Und zwischendurch dann immer diese alten Kolonialgebaeude aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, wo Manaus durch die Gummiherstellung mehr als reich geworden ist! Die Haeuser, Wow! Wenn man sich die Stadt dann vor hundert Jahren vorstellt, Gummi-Barone, die sich Palaeste mit Stuck aus Italien, und Marmor aus Portugal und und und haben erbauen lassen, wobei Manaus urspruenglich doch nur ein Matschiger Huegel mitten im Urwald war...das ist einfach unglaublich!

Tag 3 bin ich auf eine Stadt-Tour der anderen Art gegangen, und dort haben wir zuerst das Opernhaus besichtig. Wunderwunderschoen! Man macht sich kein Bild von dem, was hier wirklich zu Hochzeiten losgewesen sein muss. Was einst eine Mega-reiche Stadt war, hm, davon ist so viel nicht mehr uebrig. Viel Armut, das meiste was man an Haeusern sieht, ist runtergekommen und schaebig. Viel Muell, Gottohgott. Aber nachts wird aufgeraeumt, wenigstens das. Und nachts gefiel mir die Atmosphaere fast noch besser, als tagsueber. Alles so schoen beleuchtet und ruhig.

Erst als wir im Opernhaus zur Besichtigung waren, hat es irgendwie bei mir klick gemacht. Dieses Gemaelde mit dem Amazon-Einheimischen und der gekidnappten Jungfrau, irgendwie kam ich mir bis jetzt immer noch wie in einem Film vor. Amazonas, Brasilien...wir...HIER?!
Jawohl, und sowas von!
Me..LIKE!!!

Montag, 7. November 2011

Boi Bumba in Parintis




Bunt, Laut, mit viel Federn und knackigen Hintern und Hueftschwuengen, die einem den Kopf verdrehen, Pfeiffen und Bambule, kurz gesagt einfach grossartig! Toller Spass, Muito Obrigada!

Samstag, 5. November 2011

Mystic River, Caipi & Me



Keine Anacondas in Sicht, dafuer aber eine Menge anderer interessanter Kreaturen!

Die erste Nacht auf dem Amazonas und ich weiss nicht was ich zuerst nennen soll: die Riesen-Monster-Motten, die sich auf dem Deck breit machen und jeden Quadratmeter bekrabbeln, die schwere, drueckende, schwuele Feucht-Hitze, die einem die Perlen auf die Stirn treiben schon beim kleinsten Blick aus dem Fenster, oder die richtig schoenen Gewitter, die sich einem nachts darbieten! Man hoert sie nicht, aber sieht sie: alles ist stock-duster, waehrend wir den Fluss hinauf fahren. Am Horizont blitzt es ununterbrochen und laesst uns nur erahnen, was da im Urwald auf einen wartet. Nur dann kann man die Silhouette vom Urwald sehen und die dicken Kumuluswolken, die stets und staendig irgendwo am Himmel haengen. Wunderschoenes Schauspiel!

Gestern bin ich auf Tour gegangen und hatte einen tollen Tag!

Von Alter Do Chão aus sind wir mit dem Bus nach Santarem gefahren und sind dort an Bord eines Bootes gegangen, auf dem wir den Nachmittag verbracht haben. Der Tag hat uns begruesst mit fetten Regentropfen und einer gefuehlten meter-dicken Regenwolkenschicht. Tuba und ich hatten uns schon gefreut, in der Hitze im Regen rumzuspringen und hatten uns alle moeglichen Regenponchos, Kamerahuellen und Gummistiefel organisiert.

Rein in den Tapajos River und hin zum "Meeting of the Waters", dort, wo der maechtige (braune) Amazonas und der Tapajos (nicht ganz so braun, eher blaeulich) aufeinander treffen und nebeneinander her fliessen, ohne sich miteinander zu vermischen. Dadurch entsteht diese beruehmte Linie von zwei Farben und das ist auf dem Amazonas ein Hit! Als Schmankerl haben sich ein Paar Pinke Delphine gezeigt und als ob ich nicht schon genug Vergnuegen hatte, ueberhaupt Zeuge dieses ganzen Schauspiels zu sein, habe ich beim Piranha-Angeln als einzige auf dem ganzen Boot einen an der Angel gehabt! Sein Name war Caipi. So hab ich ihn getauft. Zwar ohne Kuesschen und Streichelei, denn man sagte mir, ich muesse meine Finger nicht sehr schaetzen, sollte ich nur in die Naehe seiner messerscharfen Zaehne gelangen. Er gehoerte zu der Sorte der Apple Piranhas und hatte einen schoenen, leuchtenden orangenen Bauch. Auf dem anderen Boot - hab ich gehoert - haben sie die armen Burschen auf den Grill gepackt und zum Mittag verspeist. Ich war da etwas humaner und hab ihn zwar fuer jederman's Photo rundherum gereicht, aber danach wieder in die braune Suppe der Maica-Seen geworfen, auf denen wir durch urwald-artige Vegetation gefahren sind, um allerlei Vogelgetier zu beobachten. Unter anderem erspaehten wir den Amazonas-Eisvogel, wohl "a one of a kind", ich persoenlich find aber unseren heimischen, europaeischen Eisvogel hundertmal schoener anzusehen.

Tja und dafuer, dass wir so gut gegen Regen und allerlei Feuchtigkeit gewappnet waren, brannte die Sonne nur so auf uns herab, und es war ein wunderschoen heisser, sonniger Tag.

Heute sind wir in Boca Da Valéria & Parinitins und heut abend werd ich einer Show beiwohnen, die wohl der Ursprung allen Spasses in Brasilien ist: Boi Bumba, die Urform des Carnevals in Rio! Also stay tuned...

Mittwoch, 2. November 2011

Bem vindo para o Brasil!

Obwohl tatsaechlich eine Aequatortaufe faellig waere (in diesem Moment waehrend ich hier schreibe!!), meine ich weiss nicht wievielte, konzentrieren wir uns heute eher auf etwas noch viel Interessanteres: Premiere in Brasilien!! Wir sind in Macapá, unserem ersten Stopp in Brasilien, und schnurstraks auf dem Weg rein in den Amazonas. Es koennte nicht aufregender sein, den zweitlaengsten Fluss der Erde zu beschippern!

Mal sehn, vielleicht erspaeh’ ich ja eine Anaconda im Vorbeifahren, oder ein Faultier :)...

Sonntag, 30. Oktober 2011

Mittags halb 12 in...Barbados!


Von San Juan aus reisen wir stetig gen Sueden und fahren dabei an diversen Inselchen der Kleinen Antillen vorbei. Bis auf St. Barths (Foto: Shell Beach, und macht seinem Namen alle Ehre, zu schoen!), alles Neuland fuer mich.
In Dominica guck ich aus dem Fenster, ober besser ueber die Reeling, und sehe soweit das Auge reicht nur Dschungel und Berge. Schon in aller Fruehe brennt der Kontinent (hust: die Insel) mit bestimmt 28 Grad, feuchte-Luftschwaden haengen zwischen den Tropenbergen, und es ist einfach nur grell & heiss. Und schoen!!! Bin mal wieder auf Tour gegangen, und die fuehrte uns zu einem Wasserfall. Es gab Rumpunch, koestlich!
Fuer diese Saison hab ich mir zumindest eine Sache fest vorgenommen, und das waere die-Gegend-erkunden-und-Tourist-spielen-so oft es nur geht, ich glaube das kam im Sommer bei mir etwas zu kurz.
Und schliesslich erkunden wir gerade Welten, die ich nur aus dem Fernsehen und vor allem vom Erzaehlen kenn!

Nach Dominica waren wir auf den Grenadinen. Kannte ich bis dato auch nur vom Tequila Sunrise-Sirup... was ich allerdings dazu sagen kann ist: ein Eiland (in Mehrzahl), super suess, bunte Haeuser mit noch bunteren Daechern die gegen den blauen Himmel leuchten, und Straende...Straende...seufz :) Herrlich!

Heut schick ich liebe Gruesse nach Nah & Fern aus ... Barbados!
Meine Mittagspause war lang und sonnig. Und mit schoenem (once again!) Rum Punch.
Und nicht zu vergessen, meiner besten Freundin, die ich an Bord habe...Tuba! We had a lovely Day ;)
Cheers!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Puertoooo Rrrrrico!

Mein erstes Ziel und fester Boden unter meinen Fuessen, nach neun Tagen nur Meer, Meer und nochmals Meer.
3211 Seemeilen liegen hinter uns, und nachdem wir Lissabon bei knackigen 30 Grad Celsius verlassen haben, begruesst uns San Juan und die Karibik schon seit Tagen mit einem Gemisch aus tropisch- feuchtem Sonnenschein.
Die ersten Tage auf See waren ziemlich ruckelig und wackelig, und irgendwie muss ich waehrend meiner fast dreimonatigen Ferien-"Auszeit" meine Seebeine verloren haben. Hust Hust...
Zumindest hat sich der Atlantik auch beruhigt, je mehr Tiefe wir unter uns hatten, und nun, nach all den Tagen, muss ich sagen...ich koennt noch mehr! :)

Mit einem Schiff, das nur halb voll ist, und keinem Hafen, zu dem man irgendwas wissen muss...laesst sich so eine Fahrt ziemlich gut rumkriegen. Der Start in meine naechsten vier Monate an Bord hat mir also sehr gut gefallen!

Und mit dem Wissen, dass es den ersten Morgen in Berlin Null Grad waren, als ich abgeflogen bin, laesst es sich in der Sonne ueber den Winter auf der Suedhalbkugel ziemlich gut aushalten!

Ahoi, Leinen los und weiter gehts in Richtung Suedamerika...

Freitag, 23. September 2011

Vergnügungen

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen
Das wiedergefundene alte Buch
Begeisterte Gesichter
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Die Zeitung
Der Hund
Die Dialektik
Duschen, Schwimmen
Alte Musik
Bequeme Schuhe
Begreifen
Neue Musik
Schreiben, Pflanzen
Reisen
Singen
Freundlich sein.

- Bertolt Brecht -

So könnte ich meine Ferien beschreiben, die ich seit Ende Juli im schönen Deutschland verbringe.
Ich bin bester Laune, hab das Thema Schiff & Meer ganz weit im Hinterkopf eingemottet, und genieße einfach das schöne Leben in der Heimat.
Der schöne Altweiber-September lässt mich nicht nur buchstäblich Luftsprünge machen.

Urlaub kann ja so ein Vergnügen sein...

Samstag, 25. Juni 2011

Transformer

Wenn ein winziges Teilchen im Lautsprechersystem kaputt ist, ein Tramsformer, verursacht das die totale Funkstille an Bord. Und in einem Notfall, zwar sehr unwahrscheinlich, koennten wir keine Durchsagen an die Gaeste machen, um sie aus den Betten zu ruetteln.
Und was macht die Azamara Journey in diesem Fall? Stillstehen! Wir sind seit zwei Tagen im Hafen von Cadiz, und verbringen unverhoffte Overnights!
Dieses Teilchen, was wir brauchen, ist scheinbar so unauffindbar, dass extra ein Elektroniker aus Miami eingeflogen kommt, um von einem anderen Schiff Ersatzmaterial mitzubringen. Ich frage mich, was das andere Schiff dann macht....oder haben die eins zu viel?

Und somit haben wir zwar zwei Tage in Cadiz gewonnen, ich aber leider nicht wirklich daran verdient. Denn der Crew wurden extra Schichten aufgebrummt, es koennte ja einen Notfall geben, und somit sassen wir alle schoen an Bord fest, waehrend draussen vor der Tuer im Hafen die Party losging. Fete de la Musique, wenn ich mich nicht ganz irre. Aber ein Konzert vom oberen Deck zu sehen, war auch mal wieder eine schoene Erfahrung und Abwechslung, und wir haben, wie immer, das Beste draus gemacht!

Gestern mitten in der Nacht sind wir dann aus Cadiz abgefahren, mit Sondergenehmigung von den Schiffs-Sicherheitsinspektoren und der Kuestenwache, und der Bedingung, nicht weiter als zwanzig Seemeilen von der Kueste entfernt zu segeln.

Auf nach Lissabon.
Dort haben wir heute unseren Turnaround gemacht, denn haetten wir den verpasst, haette das ein regelrechtes Debakel mit den Gaesten gegeben. Verpasste Fluege fuer die, die abreisen wollten, kein Bording, fuer die, die bereits in Lissabon warteten...
Zum Glueck sind wir hier heute zwar verspaetet, aber immerhin angekommen, haben unseren "Bettenwechsel" erfolgreich abgewickelt, und sind nun schon wieder en Route zu unserem naechsten Hafen. Alles nach Plan...
Nur leider hab ich von Lissabon dieses Mal nur die Daecher der Stadt gesehen... Grund genug, noch einmal herzukommen!

Gruesse aus Westeuropa!


Und noch nicht einmal mehr zwei Wochen, bis ich in Warnemuende ankomme! :)

Sonntag, 29. Mai 2011

Pole Position

…Die hatte heute zwar nur Vettel beim Grand Prix von Monaco, aber unsere Plätze waren auch nicht verkehrt. Wie wir vom Monaco „Rocher“ von oben herab, mit ganz Monte Carlo zu unseren Füßen dem sagenhaften Formel-1-Rennen zugeschaut haben!
Wieder mal etwas, was auf die Liste der Top Ten gehört, und wir mitten drin! Das ist wirklich ein Spektakel der Extraklasse, unglaublich, mit anzusehen, wie sich innerhalb von Wochen eine ganze Stadt (Staat!) in den Vorbereitungen auf den Grand Prix verändert und das Gesicht wechselt.
Normalerweise ist Formel Eins etwas, womit man mich jagen kann, ich glaube, daran ändert sich auch nichts, aber wenn man schon mal da ist…dann packt einen das Fieber doch irgendwie!
Wir liegen heute mit der Journey vor Anker im Hafen von Monte Carlo, in einem „Meer“ von Yachten, Seegelbooten, mindestens fünf weiteren Kreuzfahrtschiffen unserer Größe. Die ganze Stadt ist abgesperrt, aber man merkt, dass die so ein Großereignis öfters veranstalten, es ging so dermaßen geordnet und friedlich zu!
Ich bin zusammen mit ein paar Leuten raus, um einfach nur herum zu schnökern. Hätte uns nicht jemand Karten direkt unter die Nase gehalten, wäre ich nicht im Traum drauf gekommen, mich in so eine Zuschauer-Area zu begeben. Nicht knappe 900$, wie manch einer (unserer Gäste) sondern schlappe 17€ haben wir pro Karte bezahlt, und haben von oben herab zugeschaut. Ein Lärm – unglaublich! Hätte ich nur meine Oropax mitgenommen, dort wurden sie für schlappe drei Euro verkauft! Tja und natürlich Menschen über Menschen, aber der Lärm, den haben wir sogar bis aufs Schiff durch geschlossene Fenster gehört, einfach ohrenbetäubend!!!
Aber irgendwie ein lustiges, euphorisches Gefühl, ein Deutscher bringt den Titel nach Hause, während wir ein Schiff mit fast fünfhundert Briten voll haben ;)!
Zumindest machen die Tage im Moment voll Spaß! Bringt bestimmt auch die Route mit sich, Französische und Italienische Riviera, Balearen, ach ist das traumhaft schön. Und ständig liegen wir übernacht im Hafen, oder segeln erst spät in der Nacht. Gestern waren wir wieder einmal in St. Tropez, das wird mir von Mal zu Mal sympathischer, wir erkunden die Gegend und die umliegenden Stände (Strandclubs!), und abends gab es ein Feuerwerk im Hafen von irgendsoeiner Incentive-Firma, das ging bestimmt eine Viertelstunde und war so atemberaubend schön! Nicht, dass ich mich um Feuerwerk verrückt mache, aber dieses war wirklich besonders hübsch, mit St. Tropez im Hintergrund, und die Journey vor der Küste…
So macht der Arbeitsalltag doch Spaß!!

Montag, 9. Mai 2011

Sing it, swing it

Nicht, dass cruising im Mittelmeer langweilig ist, ganz im Gegenteil.
Wer hat schon etwas gegen die wunderschöne Adria, oder die italienische Küche. Die Griechischen Inseln und die Französische Riviera. Und das zur schönsten Jahreszeit die man sich vorstellen kann...
Aber lustig wird's ab dieser Cruise, wenn wir wieder einmal einen Komplettcharter haben. Und das ganze Schiff voller Gäste mit einem Hobby der ganz besonderen Art haben (vielleicht gar nicht so überraschend, wer weiss) - Swinger Cruise.
Und es geht hier nicht nur ums tanzen :)

Heute sind wir in Bastia, auf Korsika, und ich gehe auf Tour. Es sieht so aus (auf Holz geklopft), dass ich eine eher ruhigere Cruise vor mir habe, unerwarteterweise! Mein Telefon durfte ich gestern abgeben, und auch so versuch ich, einfach mal so gut wie möglich abzutauchen. Heute mit einer Tour angefangen (später vielleicht zu einer ‚sexy dance lesson, gefolgt von der ‚naughty shool girl party’ und auf einen Absacker in den ‚Playroom’...es geht hier bunt zu, und es ist für jeden etwas dabei ;)!), und ich hoffe, dass es nur so weitergeht!
Eine kleine Auszeit kommt mir gerade recht!

Freitag, 15. April 2011

Das ham wir uns verdient...

Zwei Wochen spaeter, ganze 4813 Seemeilen dazwischen, und wir klopfen am Tor zu Rom an!

Gestern sind wir in Gibraltar gewesen, ein herrlich schoener sonniger Tag, hat sich fantastisch angefuehlt, nach all den Tagen auf See. Die, im Rueckspiegel betrachtet, wirklich schnell vergangen sind. Aber noch mal moechte ich es so schnell doch nicht wieder machen, andere Routen sind da definitiv mehr meine Favoriten.

In unserer letzten Crew-Night waren wir im Main Dining Room von der Journey, alle 400 Mann. Ab und an werden wir auch belohnt, damit wir alle bei Laune gehalten werden :)

Zur Preisverleihung, und bei so etwas bin ich NIE die Glueckliche, gab es als einen der Hauptpreise eine Gaestekabine fuer fuenf Naechte zu gewinnen. Ein Kollege hatte das richtige Los, und wir schmeissen heute abend eine Party!


Die Mittelmeersaison kann also beginnen!

Samstag, 9. April 2011

Smaragde, Diamanten und wie man sich die Zeit auf hoher See vertreibt

Ich habe einen neuen Nebenjob. Wir haben eine neue Shop-Firma an Bord, die ganz unverschaemt teuren Schmuck in den Fenstern ausliegen hat. Und da ich mit meine Schreibtisch mitten in der Auslage sitze, und die Gaeste mich auch mal gern mit dem Juwelier verwechseln, hab ich nun die Ehre, das ein oder andere Schmuckstueck zur Schau zu tragen. Gestern schwarze Diamanten, heute Jade mit Brillanten. Und wenn man dann mit Ohrringen herumlaeuft, die schlappe 60 Tausen Dollar (Kein Witz!) Verkaufswert haben, das wertet so einen Larifari-Seetag doch schon ungemein auf! Nicht wahr?
Ansonsten gibts wenig Neues von der Journey zu berichten. Wir sind bei Seemeile Fuenfzehnhundertnochwas, alles was ich weiss ist, dass es noch weitere zweitausend und ein Paar Zerquetschte sind. Aber die See ist toll, und auch wenn es nicht mehr die knackigen Dreissig Grad sind, waren es heute doch mitte Zwanzig, praller Sonnenschein, schoenste Sicht und noch bessere Stimmung. Moege es so schoen weitergehen! Heut abend gibts Crew Bingo, und ich werd mein Glueck mal herausfordern!

Mittwoch, 6. April 2011

9 Tage, 5000 meter, und 27C

Ein Zahlensalat bringt mich durch die naechsten vierzehn Tage bis wir in Barcelona ankommen. Neun Tage nichts als Meer, Meer und noch mals Meer trennen mich von meinem naechsten Landgang, der da Gibraltar sein wird. Nachdem wir am Montag von Miami aus auf meine Debuetanten-Transatlantik-Kreuzfahrt gegangen sind, und ja, es gibt immernoch Strecken, auf denen ich jungfraeulich unterwegs bin, sind es nunmehr noch eine Sieben-Tages-Woche, bis wir wieder Boden unter die Fuesse bekommen. Unsere heutige Mittagsansage vom Kapitaen ergab, dass die Seetiefe unter uns 5000 meter betraegt und die Temperatur 27 Grad Celsius. Die Sonne scheint, die See ist ruhig, und bis jetzt kann ich nur sagen, dass ich permanent auf Holz klopfen koennte, ob der positiven Ueberfahrt. Zugegeben, ganz so heiss auf eine Atlantikueberquerung bin ich nicht gewesen, die See hat ihren Ruf weg und wir sind nunmal nur mit einer vergleichsweise Nussschale unterwegs. Die Karibik, und zuletzt Miami, haben mich mit einer Hochstimmung auf den Weg geschickt, und auch wenn wir noch fuenf Naechte vor uns haben, an denen wir um eine Stunde Schlaf beraubt werden, ist die Stimmung gut! Heute Abend steht eine Crew Party in der Provision Area auf Deck drei an, jeder ist heiss drauf, ein bisschen abzutanzen, und in diesem Sinne laeute ich nun meine Mittagspause auf Deck 11 ein, um ein bisschen Sonne zu tanken.

Wer weiss, wie das Wetter sein wird, wenn wir in Europa aufschlagen...

Gruesse von inmitten dem Grossen Teich, von ungefaehr Seemeile 780 von insgesamt 4813!

Samstag, 19. März 2011

Fluch der Karibik

Eher ein Segen, wuerde ich sagen! Ich kann mich keineswegs beklagen: seit einer Woche hat es mich wieder, das Schiffsleben. Ich bin in Miami in die Journey eingestiegen, und bin nur eine der allerwenigsten meiner Kollegen, die noch nicht das Vergnuegen hatte, mit einem Schiff durch die Karibik zu schippern. Die meisten begegnenen einem eher "hmm, been there, done that", und es muss auch nicht unbedingt noch mal sein.

Versteh ich nicht, ich find's toll!! Wir fahren die schoensten Inselchen an, und noch nie konnte ich bisher meine Mittagspause am Strand so konsequent durchziehen. Herrlich.

Meinen Einstand habe ich in St. Kitts genossen, und bin auf Crew-Tour auf einen Katamaran gegangen. Den ganzen Urlaub (naja, nur ein bisschen) lag ich Suse in den Ohren, ich moechte gern eine Katamaranfahrt machen, wir waren im Endeffekt mit viel wichtigeren Dingen beschaeftigt. Und kaum komme ich hier an Bord, da hat mein Herz auch schon einen Sprung hoeher gemacht, als ich gesehen habe, was auf dem Programm steht. Und weil alle diese Tour schon mitgemacht hatten (das Schiff faehrt hier schon ein paar Wochen rum), und ich als eine der Letztangekommenen bevor wir auf die Transatlantik-Fahrt gehen, ganz heiss drauf war, bin ich mit der kompleten Kuechenmanschaft an Bord eines Katamarans gegangen, das fuer 40 Mann gechartert war, wir es aber nur auf eine Truppe von 15 Mann gebracht hatten. Und Mann im buchstaeblichen Sinn: unter meinen ganzen Freunden aus der Kueche, diejenigen, die es sonst nicht so einfach raus schaffen, den ganzen Indern und Filipinos, war ich DIE einzige. Zusammen mit dem amerikanischen Chefkoch. Eine Bombenparty! :)

Und ansonsten teste ich mich von Tag zu Tag durch die schoensten Straende der Karibik, man muss ja wissen, was man den Leuten so weiterempfehlen kann, nicht wahr? Heute und morgen sind wir in St. Barthelemy, franzoesisches Inselchen der Oberluxusklasse. Fuer meinen Mojito habe ich nicht weniger als 20 Dollar gezahlt, aber wenn man schon mal hier ist, denkt man sich auch, was soll's, das Leben ist viel zu kurz, wenn nicht jetzt, dann nie! Nicht weit von uns liegt hier die superduper Yacht von dem Abramovich, die im uebrigen gar nicht viel kleiner sein soll, als unsere Journey!

Zumindest bin ich fuer die naechsten paar Monate wieder (gluecklich) gestrandet/unterwegs und decke nun auch mal die klassische Strecke ab, die, mit der sonst alle anderen anfangen. Nach drei Jahren auf See komme ich nun auch mal in die Karibik, und auf eine Transatlantik (auf die ich mich uebrigens nicht soo unbedingt freue, bei neun Seetagen in Folge, dann nur in Gibraltar docken, wo ich nicht ein zweites Mal hin muss, und dann noch mal zwei Tage auf See, bis wir dann endlich in Barcelona sind...), und dann ist es auch schon so weit, und ich kann in gar nicht mehr so viel Zeit meine allerersten Gaeste an Bord empfangen: liebe Ellies, ich freu mich auf euch! :)

Dienstag, 22. Februar 2011











In drei Tagen um die halbe Welt

Nach fünf Monaten an Bord ist es höchste Zeit geworden, wieder Land unter die Füße zu bekommen. Die letzten drei Monate auf der Quest waren von einem Highlight zum nächsten geprägt, eine tolle Zeit mit tollen Häfen, super Stimmung und noch besseren Freundschaften, alten & neuen.

Und dann ab in die Ferien.
Ich hab es tatsächlich geschafft, in drei Taqen vom Fernen Osten in die Tropischen Gefilde von Mittelamerika zu jetten.

Zusamen mit SusiBusi haben wir uns auf einen knapp dreiwöchigen Rucksacktrip auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán begeben. Ein herrliches Stückchen Erde, für beide von uns war es die erste Begegenung mit dem Land von Tequila, Tacos & Trompeten.
Großartige Zeit, tolle Erlebnisse, geniale Geschichtchen unterwegs. Time of our lives, würden wir sagen.

Ach Busi, wie war dat schön! Das machen wir wieder! Drauf geschworen, mamacita!! ;)

Nun, zurück im kalten Deutschland, erlebe ich meinen ersten richtigen Winter nach drei Jahren. Heute früh zeigt das Thermometer -10°C an, ich bin eine permanente Frostbeule und habe anscheinend verlernt, wie sich richtige Knitterkälte anfühlt!

Noch drei Wochen, die ich in der schönen, kalten Heimat verbringe, bevor es wieder auf geht.

Und in der Zwischenzeit werd ich mir warme Gedanken machen und Teechen trinken...