Freitag, 18. November 2011

Papillon


Willkommen auf der Teufelsinsel, deren Gefangene ihr seid, und von der es kein Entrinnen gibt...
Ungefaehr so wurden hier vor zig Jahren die Verurteilten und Straeflinge willkommen geheissen, auf dieser kleinen Insel vor der Kueste Franzoesisch Guyanas, eines von drei kleinen Eilanden, die zu den Iles du Salut gehoeren.
Zumindest faengt so der Film 'Papillon' an, und erzaehlt die Geschichte, die hier ihren Ursprung fand.

Man koennte meinen, ein Paradis auf Erden, ich war sogar baden. Wohin die ganzen Haie von damals hin sind, ich hab keine Ahnung! :)
Aber wahrscheinlich ist es auch das Wissen, dass man nach einem Ausflug durch die leeren Gefaengniszellen (gruselig!! irgendwie furchteinfloessender als Alcatraz!) und diversen Gefaengnistrakte einfach wieder mit dem Boetchen verschwinden kann, um der Insel den Ruecken zu kehren. Diese Option hatten die Exilanten und Insassen von damals wohl kaum.

Kristina, liebe Gruesse von Deborah, ich hab sie gefunden & sie hat mir eine Orangina spendiert ;) Wieder einmal Beweis genug, was die Welt doch fuer ein Dorf ist!!!

Samstag, 12. November 2011

Boca de Valeria...und der Amazonas zeigt sich von seiner tierischen Seite






Gestern haben wir halt in Boca gemacht, kurz fuer Boca de Valeria. Da gibt es nichts, ausser ein paar Holzhuetten, die eine Wohnsiedlung bilden, und eine Schule, eine Kirche, und der Rest ist Wildnis, Amazonas-Seitenstraenge, und frische Luft.

Die Tenderboote haben uns direkt an den Strand gespuelt, und schon auf dem Weg dahin wurden wir von kleinen Kanus mit Einheimischen begruesst, die uns Baby-Faultiere und Aeffchen entgegenhielten.
Am Strand angekommen, erwartete uns eine Schar von bestimmt 200Einheimischen, hauptsaechlich Kids. Und dann ging es los...wir wurden an die Hand genommen, jeder hatte bestimmt zwei Kinder pro Hand, und man wurde herumgefuehrt. Durfte deren Haeuschen besuchen, die Schule anschauen, und vor allem Fotos mit all den Tieren machen, die sie fuer den Tag zur Schau stellen konnten (wohlweisslich).
Ein Fischer hat uns in seinem Kanu herumgefahren, die Landschaft war so lieblich, satt gruen, bunte Voegel in den Baeumen und in der Luft, Blumen am Flussufer, die totale Idylle Selbstverstaendlich nur mit dem gewissen Blick). Aber es war wirklich total aus der Ecke. Man kann sagen NOCH unberuehrt, aber wer weiss, wie viele Schiffe dort in Zukunft halt machen werden, und dann ist das bestimmt auch bald vorbei. Fuer jedes Foto one dollar one dollar. Oder was viele auch gemacht haben, und das war wirklich eine tolle Idee, und ich glaube, die Info findet man auch in Reisefuehrern fuer diese Gegend, naemlich kleine Geschenke mitbringen, die auch nuetzlich sind, anstelle von Geld. Schreibbloecke, Stifte, Papier, Bueromaterial fuer die Schule, T-shirts, Basecaps, und so weiter. Und das kam auch wirklich gut and und hilft ein klein wenig.
Highlight: Die Babyfaultiere...Himmel...!!

Heute sind wir in Alter do Chao.
Es ruft: der Strand (direkt vom Schiff sichtbar), die Bar am Strand (Caipirinha hallooo) und das brasilianische Restaurant (neben der Bar).
Boa dia... :)

Freitag, 11. November 2011

Back to the roots







Manaus, und wir sind weit, weit weg von allem!
1600KM in jede Richtung nichts als Urwald, endloser, tropischer Regenwald, und natuerlich die unzaehlbaren Seitenarme des Amazonas.
Teilweise fahren wir so dicht an der Boeschung vorbei, man koennte stundenlang an der Reeling stehen und Ausschau halten nach wildem Getier (wer die Zeit hat..).
Drei Tage haben wir in Manaus verbracht, und ich hab am Tag 1 eine Crew Tour mitgemacht, bei der wir auf dem Amazonas rumgeschippert sind, Riesen-Wasser-Lilien gesehen haben und Siedlungen entlang des Flusses...siehe Fotos. Ganz schoen hart! Einsam, abgschieden, aber vor allem bitterarm.

Manaus an sich, und der erste Eindruck, den wir vom Hafen bekommen haben...naja...eher abschreckend. Der Himmel, am ersten Tag bedeckt, hat auch nicht unbedingt die einladensten Seiten betont. Auch hier kann man das "Meeting of the Waters"-Schauspiel beobachten, am "Ursprung" des Amazonas, wo der Rio Solimões mit dem Rio Negro zusammen fliesst. Unter vorgehaltener Hand one muddy river meets another muddier river...Aber gut. Das ist schon beeindruckend!

Tag 2 bescherte uns wie aus dem Nicht die sonst ueblichen 40 Grad Celsius, und eine Feuchtigkeit...meine Guete! Und alles sah im Nu gleich viel freundlicher aus. Abends haben wir die Bars unsicher gemacht, und ich kann mich nicht entscheiden, eine Mischung aus Havanna's huebsch restaurierten Haeuserfassaden in allen moeglichen Farben, und auch ein Hauch von Mexico, mit den klein geschossigen Haeusern, eins neben dem anderen, alle dicht aneinandergereiht. Und zwischendurch dann immer diese alten Kolonialgebaeude aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, wo Manaus durch die Gummiherstellung mehr als reich geworden ist! Die Haeuser, Wow! Wenn man sich die Stadt dann vor hundert Jahren vorstellt, Gummi-Barone, die sich Palaeste mit Stuck aus Italien, und Marmor aus Portugal und und und haben erbauen lassen, wobei Manaus urspruenglich doch nur ein Matschiger Huegel mitten im Urwald war...das ist einfach unglaublich!

Tag 3 bin ich auf eine Stadt-Tour der anderen Art gegangen, und dort haben wir zuerst das Opernhaus besichtig. Wunderwunderschoen! Man macht sich kein Bild von dem, was hier wirklich zu Hochzeiten losgewesen sein muss. Was einst eine Mega-reiche Stadt war, hm, davon ist so viel nicht mehr uebrig. Viel Armut, das meiste was man an Haeusern sieht, ist runtergekommen und schaebig. Viel Muell, Gottohgott. Aber nachts wird aufgeraeumt, wenigstens das. Und nachts gefiel mir die Atmosphaere fast noch besser, als tagsueber. Alles so schoen beleuchtet und ruhig.

Erst als wir im Opernhaus zur Besichtigung waren, hat es irgendwie bei mir klick gemacht. Dieses Gemaelde mit dem Amazon-Einheimischen und der gekidnappten Jungfrau, irgendwie kam ich mir bis jetzt immer noch wie in einem Film vor. Amazonas, Brasilien...wir...HIER?!
Jawohl, und sowas von!
Me..LIKE!!!

Montag, 7. November 2011

Boi Bumba in Parintis




Bunt, Laut, mit viel Federn und knackigen Hintern und Hueftschwuengen, die einem den Kopf verdrehen, Pfeiffen und Bambule, kurz gesagt einfach grossartig! Toller Spass, Muito Obrigada!

Samstag, 5. November 2011

Mystic River, Caipi & Me



Keine Anacondas in Sicht, dafuer aber eine Menge anderer interessanter Kreaturen!

Die erste Nacht auf dem Amazonas und ich weiss nicht was ich zuerst nennen soll: die Riesen-Monster-Motten, die sich auf dem Deck breit machen und jeden Quadratmeter bekrabbeln, die schwere, drueckende, schwuele Feucht-Hitze, die einem die Perlen auf die Stirn treiben schon beim kleinsten Blick aus dem Fenster, oder die richtig schoenen Gewitter, die sich einem nachts darbieten! Man hoert sie nicht, aber sieht sie: alles ist stock-duster, waehrend wir den Fluss hinauf fahren. Am Horizont blitzt es ununterbrochen und laesst uns nur erahnen, was da im Urwald auf einen wartet. Nur dann kann man die Silhouette vom Urwald sehen und die dicken Kumuluswolken, die stets und staendig irgendwo am Himmel haengen. Wunderschoenes Schauspiel!

Gestern bin ich auf Tour gegangen und hatte einen tollen Tag!

Von Alter Do Chão aus sind wir mit dem Bus nach Santarem gefahren und sind dort an Bord eines Bootes gegangen, auf dem wir den Nachmittag verbracht haben. Der Tag hat uns begruesst mit fetten Regentropfen und einer gefuehlten meter-dicken Regenwolkenschicht. Tuba und ich hatten uns schon gefreut, in der Hitze im Regen rumzuspringen und hatten uns alle moeglichen Regenponchos, Kamerahuellen und Gummistiefel organisiert.

Rein in den Tapajos River und hin zum "Meeting of the Waters", dort, wo der maechtige (braune) Amazonas und der Tapajos (nicht ganz so braun, eher blaeulich) aufeinander treffen und nebeneinander her fliessen, ohne sich miteinander zu vermischen. Dadurch entsteht diese beruehmte Linie von zwei Farben und das ist auf dem Amazonas ein Hit! Als Schmankerl haben sich ein Paar Pinke Delphine gezeigt und als ob ich nicht schon genug Vergnuegen hatte, ueberhaupt Zeuge dieses ganzen Schauspiels zu sein, habe ich beim Piranha-Angeln als einzige auf dem ganzen Boot einen an der Angel gehabt! Sein Name war Caipi. So hab ich ihn getauft. Zwar ohne Kuesschen und Streichelei, denn man sagte mir, ich muesse meine Finger nicht sehr schaetzen, sollte ich nur in die Naehe seiner messerscharfen Zaehne gelangen. Er gehoerte zu der Sorte der Apple Piranhas und hatte einen schoenen, leuchtenden orangenen Bauch. Auf dem anderen Boot - hab ich gehoert - haben sie die armen Burschen auf den Grill gepackt und zum Mittag verspeist. Ich war da etwas humaner und hab ihn zwar fuer jederman's Photo rundherum gereicht, aber danach wieder in die braune Suppe der Maica-Seen geworfen, auf denen wir durch urwald-artige Vegetation gefahren sind, um allerlei Vogelgetier zu beobachten. Unter anderem erspaehten wir den Amazonas-Eisvogel, wohl "a one of a kind", ich persoenlich find aber unseren heimischen, europaeischen Eisvogel hundertmal schoener anzusehen.

Tja und dafuer, dass wir so gut gegen Regen und allerlei Feuchtigkeit gewappnet waren, brannte die Sonne nur so auf uns herab, und es war ein wunderschoen heisser, sonniger Tag.

Heute sind wir in Boca Da Valéria & Parinitins und heut abend werd ich einer Show beiwohnen, die wohl der Ursprung allen Spasses in Brasilien ist: Boi Bumba, die Urform des Carnevals in Rio! Also stay tuned...

Mittwoch, 2. November 2011

Bem vindo para o Brasil!

Obwohl tatsaechlich eine Aequatortaufe faellig waere (in diesem Moment waehrend ich hier schreibe!!), meine ich weiss nicht wievielte, konzentrieren wir uns heute eher auf etwas noch viel Interessanteres: Premiere in Brasilien!! Wir sind in Macapá, unserem ersten Stopp in Brasilien, und schnurstraks auf dem Weg rein in den Amazonas. Es koennte nicht aufregender sein, den zweitlaengsten Fluss der Erde zu beschippern!

Mal sehn, vielleicht erspaeh’ ich ja eine Anaconda im Vorbeifahren, oder ein Faultier :)...