Samstag, 5. November 2011

Mystic River, Caipi & Me



Keine Anacondas in Sicht, dafuer aber eine Menge anderer interessanter Kreaturen!

Die erste Nacht auf dem Amazonas und ich weiss nicht was ich zuerst nennen soll: die Riesen-Monster-Motten, die sich auf dem Deck breit machen und jeden Quadratmeter bekrabbeln, die schwere, drueckende, schwuele Feucht-Hitze, die einem die Perlen auf die Stirn treiben schon beim kleinsten Blick aus dem Fenster, oder die richtig schoenen Gewitter, die sich einem nachts darbieten! Man hoert sie nicht, aber sieht sie: alles ist stock-duster, waehrend wir den Fluss hinauf fahren. Am Horizont blitzt es ununterbrochen und laesst uns nur erahnen, was da im Urwald auf einen wartet. Nur dann kann man die Silhouette vom Urwald sehen und die dicken Kumuluswolken, die stets und staendig irgendwo am Himmel haengen. Wunderschoenes Schauspiel!

Gestern bin ich auf Tour gegangen und hatte einen tollen Tag!

Von Alter Do Chão aus sind wir mit dem Bus nach Santarem gefahren und sind dort an Bord eines Bootes gegangen, auf dem wir den Nachmittag verbracht haben. Der Tag hat uns begruesst mit fetten Regentropfen und einer gefuehlten meter-dicken Regenwolkenschicht. Tuba und ich hatten uns schon gefreut, in der Hitze im Regen rumzuspringen und hatten uns alle moeglichen Regenponchos, Kamerahuellen und Gummistiefel organisiert.

Rein in den Tapajos River und hin zum "Meeting of the Waters", dort, wo der maechtige (braune) Amazonas und der Tapajos (nicht ganz so braun, eher blaeulich) aufeinander treffen und nebeneinander her fliessen, ohne sich miteinander zu vermischen. Dadurch entsteht diese beruehmte Linie von zwei Farben und das ist auf dem Amazonas ein Hit! Als Schmankerl haben sich ein Paar Pinke Delphine gezeigt und als ob ich nicht schon genug Vergnuegen hatte, ueberhaupt Zeuge dieses ganzen Schauspiels zu sein, habe ich beim Piranha-Angeln als einzige auf dem ganzen Boot einen an der Angel gehabt! Sein Name war Caipi. So hab ich ihn getauft. Zwar ohne Kuesschen und Streichelei, denn man sagte mir, ich muesse meine Finger nicht sehr schaetzen, sollte ich nur in die Naehe seiner messerscharfen Zaehne gelangen. Er gehoerte zu der Sorte der Apple Piranhas und hatte einen schoenen, leuchtenden orangenen Bauch. Auf dem anderen Boot - hab ich gehoert - haben sie die armen Burschen auf den Grill gepackt und zum Mittag verspeist. Ich war da etwas humaner und hab ihn zwar fuer jederman's Photo rundherum gereicht, aber danach wieder in die braune Suppe der Maica-Seen geworfen, auf denen wir durch urwald-artige Vegetation gefahren sind, um allerlei Vogelgetier zu beobachten. Unter anderem erspaehten wir den Amazonas-Eisvogel, wohl "a one of a kind", ich persoenlich find aber unseren heimischen, europaeischen Eisvogel hundertmal schoener anzusehen.

Tja und dafuer, dass wir so gut gegen Regen und allerlei Feuchtigkeit gewappnet waren, brannte die Sonne nur so auf uns herab, und es war ein wunderschoen heisser, sonniger Tag.

Heute sind wir in Boca Da Valéria & Parinitins und heut abend werd ich einer Show beiwohnen, die wohl der Ursprung allen Spasses in Brasilien ist: Boi Bumba, die Urform des Carnevals in Rio! Also stay tuned...

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