Sonntag, 23. Dezember 2012

Seasons Greetings


Es gibt so wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße Nächte,
Drin alle Dinge Silber sind. 
Da schimmert manchen Stern so lind,
Als ob er fromme Hirten brächte
Zu einem  neuem Jesuskind.
Weit wie mit dichtem Diamantenstaube
Bestreut,  erscheinen Flur und Flut,
Und in die Herzen, traumgemut,
Steigt ein kapellenloser Glaube,
Der leise seine Wunder tut.

(Rainer Maria Rilke)



Seit vier Jahren darf ich endlich mal wieder ein Weihnachtsfest in der Heimat verbringen. 
Darauf freue ich mich schon seit Anfang diesen Jahres. Und nicht erst mit dem Beginn der Adventszeit zelebriere ich die Weihnachststimmung mit Hochgenuss und Akribie gleichermaßen.
Plätzchenbacken mit Freunden in Hamburg, Musik im Radio, Glökk-Trinken auf dem Jenaer Weihnachtsmarkt, Geschenke vorbereiten und zusammenbasteln, eines der schönsten Weihnachtskonzerte besuchen, dass ich mir vorstellen konnte, den selbstgemachten Rumtopf anstechen (hhhmmm)...es weihnachtet, und ich bin so happy, dass ich dieses Jahr im Kreise meiner lieben Familie und meiner Freunde ausklingen lassen kann, und genauso in heimatlichen Gefilden auch in ein ganz neues, aufregendes Jahr 2013 starten werde!

Ich wünsche allen ein frohes, gemütliches, und besinnliches Weihnachtsfest, und ein gutes, Neues Jahr!

Grüße in die Welt hinaus, und in Gedanken reise ich immer ein kleines Stückchen mit entlang des Weges...        

Aber so schön wie zuhause ist es wohl wirklich nirgends... gä?! :)

Freitag, 12. Oktober 2012

Einhundertsiebzig Tage



Oder fünf Monate und siebzehn Tage. Soviel Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. 

Ich sitze an meinem Schreibtisch und habe eine Aussicht auf hügelige, bunte Herbstwälder, mein antiker Globus steht in der Fensterbank zusammen mit Familienbildern im Bilderrahmen. Meine Fotosammlung aus der Welt hängt an der Wand.

Was in den letzten Monaten alles geschehen ist – da haben sich sprichwörtlich Welten verschoben, aufgetan und neu erschlossen.

Wie kommt man von gerade-in-Ille-aus-Lima-eingeflogen-und-nun-in-Jena-ein-neues-Studium-zum-Wintersemester-beginnen? Das ist eine längere Geschichte….passt thematisch aber weiterhin zu diesem Reiseblog.

In nur wenigen Worten kann man es so beschreiben: die Kreuzfahrtbranche hat See-seitig irgendwann mal ein Ende, wenn man nicht gerade entweder die Karriereleiter hochklettern oder aber den Absprung auch nicht verpassen möchte. Somit habe ich meine Piraten-Braut-Karriere beendet, bin mit der Südamerika-Saison zum letzten Mal zur Arbeit auf See gefahren, und habe meine zukünftigen Ex-Kapitäne-Schrägstrich-Ehemänner-in-Spe hinter mir gelassen (LOL).
Und mich zunächst auf einen erholsamen Sommer in Deutschland gefreut und  mich peu-à-peu auf einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben in deutschen Landen eingestellt.

Gelandet bin ich zunächst bei einer bekannten deutschen Reederei im schönen Hamburg. Vor lauter Hamburg-Liebe und Wasser-und-Hafen-Sehnsucht habe ich fast das Wesentliche aus dem Blick verloren…und zum Glück noch rechtzeitig festgestellt, dass die Kreuzfahrt von der Landseite aus nicht halb so spannend ist, wie von der Seeseite aus.

Und da ein Zurückgehen auf See für mich auch nicht in Frage kommt, und mir das Motto „Der Weg ist das Ziel“ auch sehr am Herzen liegt, hab ich in mich hinein gehorcht, und mich entschlossen, dass es für einen Komplett-Schwenk auch noch nicht zu spät ist. Sowieso nie! 

Hätte mir jemand vor fünf Monaten erzählt, dass ich zum Oktober Studentin an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena werde, dem hätte ich im Brustton der Überzeugung einen Vogel gezeigt.

Aber wie es manchmal so ist. Wer weiß, wozu die ganzen letzten Monate, Umwege und Kopfzerbrechen gut gewesen sind. So, wie es jetzt anläuft, und was am Ende herauskommen soll, fühlt sich auf jeden Fall am allerrichtigsten an. Und das ist die Hauptsache…!
Wenn alles gut geht, und da werd ich mich sehr drum bemühen, werde ich in die Fußstapfen meiner Mama treten, und irgendwann auch vor einer Klasse erwachsener, halbstarker Berufsschüler stehen :).

Das Reisen werde ich vorerst auf meine Semesterferien beschränken müssen. Aber die Weltluft geht einem Gott-sei-Dank nicht so leicht abhanden, ich hab weiterhin meine lieben Freunde, die mich aus aller Welt und den sieben Meeren auf dem Laufenden halten…

Herbstliche Grüße aus der Mitte Deutschlands!! 
Und wie immer freue ich mich auf News aus allen Himmelsrichtungen :)
Ahoi! 

Montag, 7. Mai 2012

Ein Herz für...Südamerika


Wenn man erst mal dabei ist, dann kann man immer ziemlich schwer wieder aufhören. Reisen. Entdecken & Erkunden. Und die Seele baumeln lassen. Fremde Köstlichkeiten probieren. Und herausfinden, wie die Leute da so ticken. Fernweh… weiterhin ungebrochen!
Nach einer ausgiebigen Tour durch Peru bin ich weiter ins Nachbarland: Ecuador. Und da gibt es ja auch unverschämt viele Dinge zu machen, so viel Zeit kann man ja gar nicht mitbringen ;) Und so bin ich dann von der Hauptstadt Quito, auf kühlen 2800m gelegen und von schönen Berggipfeln umringt, ausgeschwärmt. Hauptstädte haben immer einen ganz eigenen Charme, geben mir persönlich aber nicht allzu viel. Drum einfach nur: raus! Zunächst nach: Otavalo, etwas in nördliche Richtung. Und da kann man schon die ein oder andere Wanderung machen, Lagunen in stattlichen Höhen erwandern, oder in Thermalquellen baden, in natürlich heißen, eine Wohltat für müde WandererfüßeJ.  Und dann hab ich mich nach Schönwetter gesehnt, und Wärme und Sonne. Gen Süden, vorbei am Vulkan Cotopaxi, ging es in den süßen Ort Baños. Ecuador ist Bus-technisch genauso gut ausgebaut wie Peru, nur der Vorteil ist: das Land ist einen großen Deut kleiner, und die Entfernungen sind wirklich erträglich. In Baños verbringt man aus dem Stand mehr Tage, als eigentlich vorgesehen. Zu schön, um Fahrrad zu fahren, zu wandern, reiten(!?.. Aber woll!) und einfach nur in dem schönen Klima abzuhängen, in einem der super-individuellen Hostels, lecker essen gehen in einem der wirklich coolen Restaurants. Es gibt wirklich für jeden Geschmack etwas! Baños ist die perfekte Mischung aus Erholung und Erlebnis, und vom Klima so leicht und lieblich, ach und warum heißt dieser Ort so wie er heißt? Claro – die Baños Termales sind das Vorhängeschild dieser Gegend und machen einfach nur gute LauneJ. 
Als Abschieds-Geschenk an sieben Monate unterwegs sein hab ich mir in Montañita, einem total relaxten Surferort an der Pazifikküste entlang der Ruta del Sol, eine ganze Woche die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.  Und mich von Mariana’s frisch gepressten Säften verwöhnen lassen. Diese nette Dame an der ‚Strandpromenade‘ hat mich echt gekriegt, mit ihren frischen Brombeer-, Ananas-Orange oder Papaya-Erdbeer-Kreationen. Zum Reinsetzen, und für später auch gern mit Schuss ;P.
In Lima, wo ich meine ganzen unwichtigen Sachen im Hostal in Barranco gelagert hatte, bin ich dann noch zwei Tage abgetaucht. Und schließlich von dort mit vier verschiedene Flugzeugen über den großen Teich und gefühlt einmal um die ganze Welt, nach Haus gejettet.
Und kaum vierzig Stunden später, mit schönem Sonnenschein im Rucksack und einem Glücksgefühl das mir bis heute auf die Stirn geschrieben steht, bin ich dann auch in meinem geliebten Ille wieder eingetroffen, Ferien!
Und nach all dieser Zeit nun ein überzeugter ‚South American Explorer‘! Mit vollem Blut, von ganzem Herzen...und Lust auf MEHR!

Mittwoch, 4. April 2012

Anker lichten



Die Azamara Journey liegt nun schon mehr als zwei Wochen hinter mir, und faehrt, denk ich, auch ganz gut ohne mich :) Zeit, fuer Ferien, sehr dringend!

Die letzten Wochen an Bord sind nur so an mir vorbeigeflogen, die Karibik war die perfekte Aussteigerrunde, um noch mal schoen Sonne zu tanken. In Miami bin ich dann ausgestiegen und direkt nach Lima, Peru, geflogen.

Dort hab ich mich dann mit meiner allerbesten Suse getroffen, es haette nicht besser klappen koennen!
Und nun sind wir dabei, dieses so wundervolle Land mit seiner so unglaublich abwechslungsreichen Landschaft, zu erkunden.

Zunaechst haben wir es uns auf 3500m Hoehe in Cusco bequem gemacht. Von Null auf diese Hoehe hat uns ziemlich zu schaffen gemacht, Hoehenkrankheit laesst gruessen, und so haben wir eine gute Woche nur in Cusco und Umgebung verbracht. War toll! Und dort konnten wir uns auch schon mit einigen schoenen Tageswanderungen auf das vorbereiten, was dann kommen sollte: unsere viertaegige Wanderung im Lares-Tal, mit dem Machu Picchu als grosses Finale.

Wir sind bis auf einen 4400 m hohen Pass gekrakselt, und hatten von super Sonnenschein bis nicht wenig Regen und sogar Schneefall alles dabei, was uns Mutter Natur an Wetter bieten konnte!
Machu Picchu - dort ist mir ein Lebenstraum in Erfuellung gegangen. Keine Worte. Mein ganz persoenliches Hightlight dieser Reise, schon jetzt!

Von da aus sind wir in den Dschungel nach Puerto Maldonado geflogen, an die Bolivianische Grenze. Knackige 36 Grad Celsius sind uns entgegen gekommen, und es war endlich mal so schoen warm, dass man auch mal nach kurzen Sachen schreit!! ... Wir sind schliesslich immernoch in der Regenzeit...
Und da haben wir den Urwald erkundet, in der Tambopata Candamo Natural Reseve. Ein Kleinod. Ein wirlich noch unangetastetes Paradis auf Erden. Und bei unser Wanderung durch diese Landschaf, sind wir mit so einigen Tierbeobachtungen belohnt worden, um nur einen Riesennasenbaer oder Faultiermama mit Kind und Riesenflussotter zu nennen, Affen in freier Wildbahn in den Baumkronen...herrlich!

Und da wir die Zeit ja auch nicht im Ueberfluss haben, sind wir von dort aus gleich weiter, und nun sind wir live am Titikakasee, auf 3810 Hoehenmetern.
Gerade haben wir die Reedinseln der Vorfahren der Uro-Einwohner besucht, und nun entspannen wir noch ein bisschen im Hostel, bevor wir uns morgen weiter machen...in den tiefsten Canyon von Suedamerika...den Colca Canyon!

Gruesse aus dem total schoenen Peru, ich kann es nur weiterempfehlen, und vorab schon mal: Frohe Ostern!

Sonntag, 26. Februar 2012

So allerlei

Was sonst noch so zwischen der Antarktis und dem Karneval passiert ist...?

Hatte ich schon erwaehnt, dass wir in Uruguay eine tolle Zeit hatten ?

Gelesen hab ich, dass dieses kleine Land mit seinen nur drei Millionen Einwohnern als Schweiz von Suedamerika gilt, und wenn man erst mal da war, meint man wohl, dass es nicht der letzte Besuch gewesen sein soll! ...I-n-t-e-r-e-s-t-i-n-g! (Man muss allerdings aufpassen, dass man nicht zum Fleisch-Addict mutiert...herrjee!)

Schoene Straende in Brasilien geniessen und ein bisschen die Seele baumeln lassen kam soweit auch nicht zu kurz...

Ach ja, hohen Besuch hatte ich in der Zwischenzeit natuerlich auch noch!
Meine Mini-Ferien mit den Maedels!Und jetzt, wo der Karneval in Rio auf den Tag genau vorueber ist, machen wir uns mit unserer kleinen Journey auf die Rueckreise in Richtung Karibik. Vor uns liegen nun zwei laaaaange Wochen mit ein Paar Stopps hier und da entlang der Brasilianischen Kueste, bevor wir dann in Barbados eintreffen.

Und schon ist so eine Saison in Suedamerika zuende... Ich packe meinen Rucksack...

Mittwoch, 22. Februar 2012

Wo zum Teufel - wenn nicht in Rio?!!


Ich denke, man darf mir auf die Schulter klopfen, drei Tage Party non-stop, und ich bin nicht suspendiert worden lol :)
Meine Guete, die Cariocas wissen wirklich, wie man eine dicke Party schmeisst, rund um die Uhr!!! Ausnahmezustand!!!

Wir sind am Sonntag in Rio angekommen und haben es so gehandhabt, wie wir schon aus Erfahrung wissen: lasst doch die anderen teure Tickets fuer hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Dollar erstehen, wir sind raus auf die Piste und haben fuer nicht ganz dreizig dollar Tickets fuer das Sambódromo bekommen, und hatten ne Bombenzeit!! In diesem Sambódromo treten die Sambaschulen aus dem ganzen Land an, jede Schule mit 3000 bis 5000 Teilnehmern! Zusammen mit wohl hundert tausen Zuschauern haben wir dieses Spektakel in der Parademeile bestaunt, bis in die fruehen Morgenstunden. Und da war es noch lang nicht vorbei! Und das war auch nicht die einzige Fete - Carnival in Rio heisst rund um die Uhr, eine tobende Horde von Paradisvoegeln, ueberall in der Stadt, tagelang, explosiv, laut, bunt, viel nackte Haut, ausgelassen, und voellig ausser Rand und Band mit wohl geschaetzten zwei Millionen Karnevalsjaecken in der Stadt!!!
Ich bin reif fuer die Insel!

So langsam neigt sich unsere Kreuzfahrtsaison in Suedamerika dem Ende entgegen, und wir machen uns ab Ende Februar wieder auf in Richtung Norden...die Karibik ruft!
Und so langsam darf ich meinen Countdown anzaehlen, und freu mich auf meine wohlverdienten Ferien!

Soweit aber noch...Gruesse aus der Cidade Maravilhosa...und aus dem so vielseitigen bunten Brasilien :)




Donnerstag, 26. Januar 2012

Vom Ende der Welt...Ushuaia, Tierra del Fuego & Patagonia


...in dieser Gegend haben wir uns vor zwei Tagen eingefunden, nachdem wir frisch und durchgefroren von der Antartkischen Halbinsel zurueck gekehrt sind.
In Ushuaia bin ich auf eine Wandertour in der Gegeng um Tierra Mayor gegangen, mal eine ganz andere Kulisse, mit Mooren, fluffigem Waldboden, Wiesen, Baeumen, Natur pur, es war herrlich! Hab mich wie zu Haus gefuehlt, wie im schoenen Harz! :)

Die Drake-Passage sowie auch Kap Horn haben wir mit links genommen, und ich kann nur noch mal betonen, wie wir hoechstwahrscheinlich mit unendlichem Glueck gesegnet wurden, dass uns die See mit Samthandschuhen angefasst hat!! Ich hatte da so meine Befuerchtungen! Man hoert ja die ungeheuerlichsten Geschichten um die Seefahrt in diesen Gewaessern...ganz zu Schweigen von den unzaehlbaren Schiffswracks, die hier entlang der Route liegen...

Heut sind wir in Puerto Madryn.
Die Temperaturen sind in den letzten 48 Stunden rekordverdaechtig von unter zehn Grad in Ushuaia bis auf knusprige 34 Grad in Puerto Madryn geklettert - was so knap 1400 km doch ausmachen koennen!
Wir sind nicht weit von der Penisula Valdez entfernt, und mit etwas Glueck, springen mir vielleicht ein Paar Pazifische Glattwale vor die Linse :)