
Nun sind wir zwischen den Jahren, Weihnachten ist vorbei, und das war bereits Nummer drei in meinem „Home away from Home“…
An Heilig Abend waren wir auf See. Und über die Feiertage ganze drei Tage im Fluss von Bangkok angeleint. Am 27.12. haben wir für uns Crew dann richtig Weihnachten gefeiert. Jeder konnte in die Küche gehen, und sein traditionelles Gericht kochen, was es zu Weihnachten zu Hause gibt. Ich dachte mir, da mach ich mit! Und hab mich für die „deutsche Fraktion“ bereit erklärt, ein bisschen Heimat an Bord zu bringen. Meine Auswahl war unser geliebtes Ragout Fin und Heringssalat. Von unseren ganzen drei Deutschen (mich bereits eingeschlossen) an Bord und einem Ösi war ich die einzige, die tatsächlich zum Kochtermin angetreten ist, und als ich mit meinem Rezept von meiner lieben Dodo für vier Personen ankam, wurde ich erst mal kräftig ausgelacht. „Wer sollen denn die vier ausgewählten Gäste sein? Captain, Hotel Director, Staff Captain & Chief Engineer?!“ Klar, dachte ich mir auch, ihr Witzbolde. Etwas an den Zahlen gedreht, zum Glück haben wir ja Leute an Bord, die sich damit auskennen, und dann war ich aber immer noch allein! Ragout Fin aufgrund von viel zu schwierig, um das für vierhundert Crew zu kochen, und dann auf den Heringssalat konzentriert. Aber was tut man, wenn man nicht mal die gleichen Zutaten, wie zuhause bekommt? Ich habe glücklicherweise eine Küchenhilfe zu Hilfe bekommen, die sich meiner erbarmt hat. Ansonsten hätte ich dort Tage gestanden, um zwei Kilo Heringe und den Rest, was man halt für einen großen Salat mit etlichen leckeren Sachen so zurecht schnippeln muss! Unser Ösi an Bord, verantwortlich für Food & Beverage, hat die ganze Zeit geprahlt mit seinen Salzburger Nockerln, und wie toll die doch wären! Am Ende des Abends - wir hatten dann ein Riesenbuffet für uns vierhundert „Family members“ mit so vielen Leckereien aus allerlei Ecken der Welt, und die Senior Officers haben uns bedient – kam mein Österreichischer Kollege sichtlich angesäuert auf mich zu und hat mir folgende Episode erzählt: Er wollte sich noch ein Extra Lob vom Captain einholen, und sich für seine tollen Salzburger Nockerln rühmen lassen. Der Captain, ein schwedischer Finne, hatte ihn aber geradezu auf mein Salattablett mit Heringssalat geführt, und gemeint, wie köstlich das doch gewesen sei, er hätte ganze zwei Teller davon gegessen und sich nachhause versetzt gefühlt!! Das war Situationskomik pur, wir haben so gelacht!
Nun sind wir auf dem Weg nach Kambodscha, legen dort einen Tag am Strand ein, und an Sylvester sind wir dann für zwei Tage in Saigon und schlittern (schwitzend?) ins neue Jahrzehnt.
Zweitausendzehn adieu! Und alles Gute für die nächsten Zehn!





