Dienstag, 28. Dezember 2010

ZWANZIGZEHN





Nun sind wir zwischen den Jahren, Weihnachten ist vorbei, und das war bereits Nummer drei in meinem „Home away from Home“…

An Heilig Abend waren wir auf See. Und über die Feiertage ganze drei Tage im Fluss von Bangkok angeleint. Am 27.12. haben wir für uns Crew dann richtig Weihnachten gefeiert. Jeder konnte in die Küche gehen, und sein traditionelles Gericht kochen, was es zu Weihnachten zu Hause gibt. Ich dachte mir, da mach ich mit! Und hab mich für die „deutsche Fraktion“ bereit erklärt, ein bisschen Heimat an Bord zu bringen. Meine Auswahl war unser geliebtes Ragout Fin und Heringssalat. Von unseren ganzen drei Deutschen (mich bereits eingeschlossen) an Bord und einem Ösi war ich die einzige, die tatsächlich zum Kochtermin angetreten ist, und als ich mit meinem Rezept von meiner lieben Dodo für vier Personen ankam, wurde ich erst mal kräftig ausgelacht. „Wer sollen denn die vier ausgewählten Gäste sein? Captain, Hotel Director, Staff Captain & Chief Engineer?!“ Klar, dachte ich mir auch, ihr Witzbolde. Etwas an den Zahlen gedreht, zum Glück haben wir ja Leute an Bord, die sich damit auskennen, und dann war ich aber immer noch allein! Ragout Fin aufgrund von viel zu schwierig, um das für vierhundert Crew zu kochen, und dann auf den Heringssalat konzentriert. Aber was tut man, wenn man nicht mal die gleichen Zutaten, wie zuhause bekommt? Ich habe glücklicherweise eine Küchenhilfe zu Hilfe bekommen, die sich meiner erbarmt hat. Ansonsten hätte ich dort Tage gestanden, um zwei Kilo Heringe und den Rest, was man halt für einen großen Salat mit etlichen leckeren Sachen so zurecht schnippeln muss! Unser Ösi an Bord, verantwortlich für Food & Beverage, hat die ganze Zeit geprahlt mit seinen Salzburger Nockerln, und wie toll die doch wären! Am Ende des Abends - wir hatten dann ein Riesenbuffet für uns vierhundert „Family members“ mit so vielen Leckereien aus allerlei Ecken der Welt, und die Senior Officers haben uns bedient – kam mein Österreichischer Kollege sichtlich angesäuert auf mich zu und hat mir folgende Episode erzählt: Er wollte sich noch ein Extra Lob vom Captain einholen, und sich für seine tollen Salzburger Nockerln rühmen lassen. Der Captain, ein schwedischer Finne, hatte ihn aber geradezu auf mein Salattablett mit Heringssalat geführt, und gemeint, wie köstlich das doch gewesen sei, er hätte ganze zwei Teller davon gegessen und sich nachhause versetzt gefühlt!! Das war Situationskomik pur, wir haben so gelacht!

Nun sind wir auf dem Weg nach Kambodscha, legen dort einen Tag am Strand ein, und an Sylvester sind wir dann für zwei Tage in Saigon und schlittern (schwitzend?) ins neue Jahrzehnt.

Zweitausendzehn adieu! Und alles Gute für die nächsten Zehn!

Zwischen den Jahren





Ein Paar verspätete Weihnachtsgrüße in die Welt und aus der Ferne!!

Bei 30°C und der gleißenden Hitze von Bangkok ist es nicht so selbstverständlich, dass man far away from home in Stimmung kommt! Ist aber nicht so schlimm, wie auch schon in den vergangenen zwei Jahren sowieso nur das allerbeste draus gemacht, und wenn man in einer der coolsten Städte über Weihnachten drei Tage lang im Hafen liegt, kann da eigentlich nichts falsch zu machen sein… Also an dieser Stelle noch einmal meine liebsten Grüße, und ich hoffe, Weihnachten war für jeden das, was er sich erhofft hat!

Seit meinen letzten News ist einige Zeit vergangen, das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass mein Stundenkonto im November die dreihundert getoppt hat, und ich im Dezember auch die wenige Zeit, die ich frei hatte, so effektiv mit Landgängen und noch weiteren Freizeitaktivitäten gestaltet habe, wie möglich!:) Nicht, dass wir während der Überfahrt von Athen bis Teilziel 1 Dubai viel vom Land gesehen haben, bei acht Tagen auf See habe ich mich intensiv a) meiner Arbeit und b) meinem neuen Hobby, dem Salsatanzen, gewidmet. Es hat sich tatsächlich ein Jemand gefunden, der mich (nicht in die Irre) führen kann, und ich von blutigem Anfänger zu einer sehr interessierten Anfängerin geworden bin! Nie hätte ich gedacht, dass ich daran Gefallen finden würde! Da ist definitiv Potenzial, an dem ich dann in Mexico mit meiner Busenfreundin in diversen Salsabars feilen kann!! (lol)

In Dubai habe ich eine super Tour mitgemacht, eine Jeep-Dünen-4x4-Safari. Unbedingt weiterzuempfehlen, was für ein Spaß! Hat sich angefühlt, wie 1001 Nacht, und definitiv wieder ein Highlight. Es gibt so viele tolle Dinge, die man in Dubai machen kann, dieses Mal waren wir zum dritten Mal overnight da, und es gibt immer noch so viel zu machen!

Nach Dubai sind wir in Indien gewesen. Und dieses Mal haben sich die lokalen Behörden für uns Crew etwas ganz besonderes einfallen lassen- ohne Seemanspass kein Landgang. Als ob sie das die letzten beiden Male interessiert hätte..?! Noch nie hab ich mit einem deutschen Pass irgendwo nicht an Land gehen können. Gut, das lag vielleicht auch dieses Mal an extrem krass gelaunten Beamten vom Zoll und Hafenwache, die konnten gar nicht genug an Schnaps & Alkohol anfordern, um das Schiff klar zu machen. In diesem Kontext bekommt dieser Spruch dann wirklich wieder eine ganz ursprüngliche Bedeutung! Und somit haben wir, während die Gäste zwei Tage lang Mumbai erkundet haben, alle man das Schiff gehütet und es uns so angenehm wie möglich gemacht. Stichwort ‚Crewbar under the stars‘, und schon ist alles wieder gut.

In Phuket bin ich zum Patong Beach gefahren, und wenn man bedenkt, dass genau um diese Jahreszeit vor sechs Jahren die Riesenwelle an den Strand gerollt ist, und wie gut dort die Infrastruktur heute wieder intakt ist, das ist fast unglaublich. Die Thailänder sind so sehr eifrig und tüchtig, das sieht man wirklich nicht in vielen asiatischen Ländern. Und auch jetzt, nachdem wir über die Feiertage in Bangkok gelegen haben, kann ich nur wieder bestätigen: Ich liebe Thailand, das ist einfach ein großartiges Land zum Reisen!

Mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst habe ich schon in der Nacht vom 22. Dezember bekommen. Und zwar in Form von einem Riesen-Queen-size-bed-Zimmer mit Panoramafenster und Blick auf die hell erleuchtete Skyline von Singapur und dem wohl spektakulärsten Pool, den ich seit langem erlebt habe. Zusammen mit meinen beiden brasilianischen Freundinnen haben wir uns ein Geschenk der Extraklasse geleistet, und während wir im Hafen von Singapur lagen, für eine Nacht die Heiligen Drei Königinnen gespielt.:)
http://www.marinabaysands.com/SandsSkypark/Sands_Sky_Park.aspx

Am 22.Dezember hatten wir auch unseren turnaround day, Einschiffung, und uns dann auf die achtzehntägige Reise nach Hong Kong auf gemacht.

Montag, 8. November 2010

Tre Bellas in Venezia


Maedels, merci fuer das tolle WE mit unserer H3F!!! :)
Ich bin voellig fertig ins Bett gefallen gestern Abend, aber uebergluecklich!!

http://www.facebook.com/album.php?aid=247289&id=621277031&l=12ec8c4d65

Sonntag, 24. Oktober 2010

Welcome Home…






…Hing an meiner Cabin-Tür als ich gestern in Barcelona auf die Quest gekommen bin und in mein Zimmer kam, das ich mir mit meiner allerbesten Schiffsfreundin Tuba teile! Wie hab ich mich gefreut, sie ist ein Schätzchen, was das angeht!

Aber kurz von vorn und zum mitschreiben: Ich bin gestern von der Journey ausgeschifft, nach dem mein lieber Kollege German aus den Ferien zurückgekommen ist, und mich abgelöst hat. In Amalfi hat mich eine dicke Mercedes S-Klasse mit Fahrer abgeholt (Concierge zu sein zahlt sich so langsam aber sicher aus!), und mich auf dem Weg nach Neapel über Amalfi, Ravello und vorbei an diesem wunderschönen Küstenstreifen geführt. Tolle Landschaft im späten Oktober, malerisch verführerisch, mit einem traumhaften Farbspiel der Bäume, vom Himmel und dem Meer. Das hat sich angefühlt wie ein Miniurlaub, war zumindest so erholsam wie einer. Unglaublich, wie man lernt, aus solchen Kurzsequenzen so viel Energie rauszuholen!
Einen albtraumhaften Flug später in Barcelona gelandet und mit ach und krach noch das Schiff erwischt. Und nun bin ich ganz durch den Wind, und verwechsle Schiff mit Schiff, Personen mit Leuten und Gesichtern. Und stelle wieder einmal fest: die Zeit r-e-n-n-t!

Meine letzte cruise an Bord der Journey, welche sich in nur zwei Monaten sensationell so ziemlich zu meinem Lieblingsschiff katapultiert hat, ging nach neben Ägypten auch nach Israel, und dort hab ich mir einen Traum erfüllt und bin zum Toten Meer gefahren. In Israel habe ich unheimlich nette Kontakte zu den Veranstaltern, und die haben mir ein Freude gemacht, und mir für einen Tag einen Fahrer und Wagen zur Verfügung gestellt, der uns Mädels herumgefahren hat. Das Gefühl, in diesem Salzwasser zu schweben, war einmalig, ich wusste nicht, was mich erwartet, aber so hatte ich es mir nicht vorgestellt. Unglaublich!! Wir haben das volle Programm mitgemacht, mit Totem Meer Schlamm (schwer zu übersehen) bis zur Sulfat-Dusche (original aus der Quelle) und relaxtem Dahinschweben im Toten Meer, wo man keine Muschel, keinen Stein, keinen Fisch (aha!) und nichts weiter als Salz und noch mal Salz sieht, schmeckt, riecht… Die Haut war weich und geölt, wie nach einem Bad in Milch und Honig. Alles in allem eine super tolle Erfahrung und trotz der zwei Stunden Fahrt pro Strecke – ich würd es jederzeit wieder machen!!

Für die nächsten vier Wochen sind wir noch in Mittelmeer unterwegs, bevor wir uns, wieder einmal, auf den Weg gen Osten machen. Bye bye for now und viele Grüße…

Samstag, 9. Oktober 2010

Der Sommer geht weiter…


… an Bord der Journey!

Drei Monate Ferien gehen um, wie im Flug, und mitgenommen hab ich die wohl schönsten Monate des Jahres. Großartiger Sommer, hach, war das schön!!
Nun bin ich wieder hier, bei der Cruise Line, die mit dem Schiff auch mal eine 360 Grad Wende macht, damit auch der letzte Gast an Bord im entlegensten Winkel den Sonnenuntergang vom Zimmer aus beobachten kann! Tatsächlich!

Eingestiegen in Kopenhagen, hat uns die erste Fahrt durch den Ärmelkanal über Rouen & Bordeaux geführt, wunderschön, dort sind wir den Fluss hochgefahren und sind bis zur letztmöglichen Brücke vorgefahren. Wir haben buchstäblich vor dem Marktplatz in Bordeaux gelegen, und das über Nacht. Danach sind wir weiter entlang der spanisch-portugiesischen Küste, durch die Straße von Gibraltar. In Gibraltar hab ich meinen Geburtstag gefeiert, mit guten Freunden, die ich nun schon vom letzten Vertrag kenne. Mit meiner lieben Freundin Helene hatte ich sogar neulich „Einjähriges“, zum Anlass gab’s Champagner :)!

Nun sind wir im Mittelmeer, und es ist die schönste Jahreszeit, die man sich hier nur wünschen kann. Keine überfüllten Orte, keine 40 Grad mehr, einfach herrlichstes Sommerwetter.

Vor ein paar Tagen hatte ich das erste Mal ein interessantes Schreck-Erlebnis an Bord: mit Total-Blackout ist alles ausgefallen, was man sich nur vorstellen kann, Wasser, Strom, Licht, Motoren, einfach alles. Es war über eine Stunde stock duster, und wir sind auf dem Weg nach Korsika nur so vor uns hin geschippert. Hat wohl am Heizöl gelegen, und es war auch schon später abends, aber trotzdem war es interessant zu sehen, wie es im Falle eines wirklichen Notfalls aussehen würde, und sich vor allem anfühlen würde. Es war weiter nicht dramatisch, und die Leute waren auch ruhig, der Captain hat uns permanent auf dem Laufenden gehalten, was los ist, und das beruhigt ja die Meute ungemein. Im Dunkeln sitzt es sich doch noch angenehmer, wenn man weiß, wo das Problem liegt, und vor allem, wenn man weiß, wann es wieder vorüber ist. Für einen richtig ernsten Fall haben wir ja unsere heißgeliebten zweiwöchentlichen Drills, und müssten somit auch einigermaßen wissen, was zu tun ist, für den Fall der Fälle…

Was war sonst noch so außergewöhnlich… Herr D. Ward hat uns die Ehre gegeben, DER Mann, der über 900 Kreuzfahrten in seinem Leben unternommen hat und den Berlitz Cruise Guide heraus gibt und da drin jedes Schiff bewertet. Seine Berichte sehen ungefähr so genau aus, wie das Logbuch auf der Kommandobrücke (10:09 Henrike hat nach zwei Mal Klingeln den Hörer abgenommen, ihr Ton war freundlich und sie hat mich höflich gefragt, how can I assist you; um 13:07 bin ich an Ihrem Schreibtisch in der Lobby vorbeigegangen, und obwohl ihre Desk hour schon seit 12 Uhr vorbei war, hat sie noch immer dort gesessen, und einem Gast mit Notfallsituation ausgeholfen; um 16:10 habe ich sie angerufen, um mir per Room Service Kaffee mit einem Tütchen Zucker und Sojamilch zu bestellen, und obwohl Henrike nichts mit Zimmerservice zu tun hat, bekam ich meinen Kaffee um 16:23; … Paradebeispiele! Und im Endeffekt hat es ihm super bei uns gefallen, das ist doch die Hauptsache.) Dann hatten wir noch ein paar geheime Kreuzfahrttester an Bord, ein Pärchen, getarnt als Honeymooners. Ich hab sie gehasst, weil er ständig mit irgendwelchen blöden Spezialwünschen und den ausgefallensten Anfragen zu mir kam, und im Endeffekt doch alles besser wusste. Als wir ein paar Wochen später einen 120 Seiten Bericht (wieder extrem ins Detail) bekamen, hab ich fast ein bisschen ein ungutes Gefühl bekommen, als ich deren Enttarnung mit Foto erfahren hatte. Aber auch da bin ich ziemlich ok weggekommen, eben ein richtiges Darling ;-)!

Ansonsten hat mich der Schiffsalltag so was von wieder. Aber durchweg im positiven Sinne. Ich mag das Schiff, meine neue Position, die Leute, und vor allem die Leute! Die meisten sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden. Alles in allem ein Riesenvergnügen, und das kommt from the bottom of my heart…

Nun bin ich schon wieder vor einem neuen Abschnitt: Hinter mir liegt ein Vollcharter von einem Reiseveranstalter nur für Lesbische Kunden, wir sind auf den Griechischen Inseln gewesen und die Damen haben sich pudelwohl bei uns gefühlt; und vor mir liegt die letzte Fahrt über Israel und Ägypten nach Rom, dort werde ich umsteigen, und auf die gute alte Quest umsatteln, um dann, wieder mal, nach Asien zu schippern. Weg möchte ich hier eigentlich nicht… aber gut, auf der anderen Seite erwarten sie mich auch schon und das freut mich doch auch sehr.

Liebe Grüße aus dem wunderschönen Mittelmeer, und es gilt weiterhin, dass ich höchst interessiert am Geschehen in den heimatlichen Gefilden bin....smile!

Samstag, 5. Juni 2010

Nothing Like Home


Der erste Duft, der mir in die Nase gestiegen ist, als ich aus dem Auto gestiegen bin: frisch gemähtes Gras. Eine Wonne!
Und daran merkt man, wie sehr man sein geliebtes Zuhause vermisst hat!!
Eine Woche nun in der Heimat, und den Plan vom absolut totalen Abhängen leider noch in keinster Weise vollenden können. Aber von Aufgabe keine Spur, lol.

Alle möglichen Terminchen und erste Wiedersehen mitgenommen, und nun kann es losgehen. Das Wetter hat mir bisher einen Gefallen getan und mich nicht gezwungen, aktiv und fit in der Natur zu sein, genau nach meinem Geschmack! Ein Paar Tage Dauerregen haben mir, glaube ich, noch nie so wenig ausgemacht, wie in den letzten Tagen.

Der Sommer ist da, hurraa!!
Die kurzen Hosen wieder aus den Tiefen des Kleiderschrankes rausgekramt, Freudensprung, alles sitzt genauso wie letztes Jahr, und raus auf die Terrasse, ins Grün. Auf diesen Moment habe ich gewartet!

Meine Frühstückszeremonie hat mich schon Wochen vorher freudig auf mein home sweet home gestimmt: Zeitung lesend, stundenlang am liebsten sitzen und das Lokalblättchen Volksstimme durchforsten. Wer hat geheiratet, wer Kinder geboren, welcher Geflügelzüchterverein trifft sich dieses Wochenende in der Vereinshalle soundso. Gut, dass man mit solchen Infos immer auf dem Laufenden bleibt! Das ist in den letzten Monaten wirklich etwas zu kurz gekommen, und dabei muss ich kräftig schmunzeln.
Die Aussicht auf den Brocken nicht zu vergessen - fast die Perfektion meiner anfänglichen Urlaubsmonate im Harz!!

Nun noch einmal ganz ausdrücklich, für die Sommermonate habe ich mir frei genommen, bin zuhause - mit einigen Urlaubsvorhaben - erreichber und freue mich auf alle möglichen Wiedersehen!

Sonntag, 2. Mai 2010

Maistimmung, und der Harz ruft!

In 24 Tagen sind wir auf der Quest von Singapur nach Athen gefahren. Die Reise war, wie auch schon auf der ‚Hinreise‘, aufregend und voller toller Erlebnisse.
In Phuket habe ich mit ein paar Freunden eine Bootstour nach Phi Phi Island gemacht und die traumhafte Bucht von ‚The Beach‘ aufgespürt. Allerdings voller Ernüchterung feststellen müssen, dass die Thailänder mit Massentourismus so langsam gar keine Skrupel verspüren und diese herrlich paradiesische Bucht mit Touris und Booten nur so überfallen. Trotzdem immer noch `ne schöne Kulisse, aber eben hilflos voll.
In Cochin, unserem ersten Stopp in Indien auf der Rückreise nach Europa bin ich auf Tour gegangen und habe das Hinterland mit seiner Landbevölkerung besucht. Zwei Tage später, in Mumbai, das totale Kontrastprogramm. Die Aber-Millionen-Metropole hat sich dieses Mal schon viel anstrengender als letztes Mal angefühlt, überall Menschen, und sowas von verarmt. Ich bin mit meinem Kumpel dem Schiffsarzt und seiner Frau, meine German Connection im Übrigen, abends los und wir haben ein bisschen die Straßen und Viertel ´off the beaten track´, jenseits der Touri-Wege aufgesucht, abenteuerlich… zumindest war ich dann auch nicht böse, als wir nach zwei Tagen Indien verlassen haben und uns auf etwas anderes Programm einstellen konnten.
In Dubai laufe ich einem meiner sehr guten Freunde aus meiner Princess-Zeit in die Arme, unsere zwei Schiffe lagen direkt nebeneinander, wie auch schon im Hafen von Shanghai. Und wir wissen nicht einmal voneinander, wo wir unterwegs sind, auf welchem Pott. Wie klein die Welt ist, muss man immer wieder sagen…! In Dubai selbst habe ich meine Connections zum Deutschen Konsulat etwas aufgefrischt, und meine Bekannte besucht, eine Langzeit-Cruiserin an Bord, die in Dubai in der Deutschen Botschaft arbeitet. Ich habe das perfekte Programm geboten bekommen, so in die dollsten Hotels und Restaurants zu kommen, hätte ich mir auch nicht schöner vorstellen können. Zu irgendwas ist diese ganze Kreuzerei doch manchmal gut ;)
Nach elendig langen acht Tagen auf See sind wir dann in Alexandria angekommen. Und da hatte ich mich im letzten Jahr sowas von verdammt (pardon) unwohl gefühlt in meiner Haut, dass ich selbst nach so langen Tagen ohne festen Boden unter den Füßen nicht den Drang verspürt habe, an Land zu gehen, sondern anstelle dessen unser schönes, leeres Schiff etwas zu genießen.
Morgen sind wir in Athen, und ich trete meine letzten zwei Fahrten an. Noch mal ganz was Neues, neuer Job und neue Route. Ab morgen gehe ich nicht mehr als Internationale Hostess ‚zur Arbeit‘, sondern als International Concierge und werde mich ab sofort nur noch um die oberen Zehntausend Gäste an Bord bemühen müssen (mal sehen, wie dann die Realität aussieht, haha). Und wir machen uns in den nächsten Tagen auf ins Heilige Land, nach Israel.

Bin sehr gespannt und vor allem voller Vorfreude darüber, dass dieser Mai-Monat meiner wird!

Dienstag, 20. April 2010

Auf dem Weg nach Athen

Was war los, die letzten Wochen…
Die letzte E-Mail, die ich geschickt habe, war mit meterhohen Wellen im Chinesischen Meer, schneebedeckten Piers und fliegenden roten Teppichen. Das war Anfang/Mitte März, als wir von unserem „üblichen“ Kurs zwischen Singapur und Hong Kong ein wenig höher nördlich vorgestoßen sind. Nicht gerade die perfekte Jahreszeit, um in diesen Gewässern zu cruisen. Auf dem Weg von Hong Kong war es affenkalt, in Taiwan, Japan, Südkorea… Meine Winterstiefel und –Jacke, die ich fast schon verflucht hatte, mitzunehmen, weil sie meinen eh schon minimalsten Stauraum blockieren, kamen dreimal hoch zum Einsatz, was für ein Segen! Dazu kamen Wellen von acht bis zehn Metern, die so stark waren, dass sie die Frontfenster des Schiffes durchschlagen haben! Es war auf alle Fälle mal etwas anderes als bisher :)! Fazit von diesen Reisen: das Schiff ist eher nur für Warmwetter geeignet, die Leute haben sich beschwert, dass es durch ihre Balkontüren wahnsinnig gezogen hat, …gut zu wissen! Und in dem Falle gut, dass man selber keins hat (:-/)
Auf dem Weg von Shanghai nach Hong Kong haben wir eine komplette Japan-Kreuzfahrt gemacht und sind in Hiroshima, Osaka, Kyoto und Kagoshima gewesen. Diese Stopps waren verzaubernd. Es hat zwar in den ersten drei Tagen durchgehend geregnet, ich hab in den vergangenen Monaten nie so viel Regen zu spüren bekommen, wie dort, aber es war so interessant anzusehen, es hat sich richtig japanisch angefühlt. Die Leute, die Damen in Kimonos, die Städte, die Kirschblüten, das Essen…

Dann ging der Gaudi richtig los. Wir sind über drei Wochen voll gechartert gewesen von einem Reiseveranstalter, der reine Gay Cruises anbietet. Es waren auch ein paar Frauen dabei, aber hauptsächlich unerhört gestählte Männerkörper von unverschämt gut aussehenden Typen, die mit fast nur einem Zweck an Bord gekommen sind, nämlich zu feiern! Eine 24-Stunden-Fete war das, Tag und Nacht Tanz auf den oberen Decks zu wahnsinnig cooler Musik, ich hab lange nicht so einen Spaß mit Gästen gehabt, wie dort! Für mich mit meiner Position hatte ich besonderes Glück, denn der Reiseveranstalter kam mit einem Team von mehr als dreißig Leuten an Bord, eigener Hotelmanager, Cruise Director, eigener DJ, Techniker, und der Vice President höchst persönlich! Und so viel Verstärkung ist glücklicherweise mir sehr zu Gute gekommen, denn eine internationale Hostess wurde während dieser Wochen nicht unbedingt gebraucht. Und somit bin ich zu meinen persönlichen Mini-Ferien an Bord gekommen. Naja fast, im Vergleich zu sonst mind. neun Std. Arbeit pro Tag bin ich so mit max. fuenf davon gekommen, und konnte mich dann ganz den Party People widmen. Ein Spaß, eine tolle Truppe und eine echte Erfahrung!!!

Am 9.April sind wir von Singapur auf die vierundzwanzig Tägige Reise nach Athen gegangen. Die Crowd, die wir nun an Bord haben, gleicht einem Altersheim, ganz besonders im Vergleich zu den zwei Fahrten zuvor mit den schönen Männern (wirklich etwas fürs Auge :-) !). Der Jogging-Track ist ab halb sechs Uhr morgens überfüllt (!!) und ab halb zehn Uhr abends ist das Schiff mausestill. Nun gut, das hat alles seine Vor- und Nachteile.
In 24 Tagen haben wir 16 Tage auf See, bisher haben wir auf Phuket gehalten und danach wieder einmal in Indien, Cochin und Mumbai. Wie letztes Mal waren diese zwei Stopps atemberaubend und anstrengend zu gleich. Eins kann ich sagen, ich freue mich nun wirklich auf Europa!

Jetzt sind wir auf dem Weg nach Dubai, und ich auf dem Weg zum höchsten Gebäude der Welt!

Und dann little by little rückt mein Urlaub näher, und Ende Mai mach ich mich runter von dem Kahn und dann – Home sweet Home, here I come!

Sonntag, 7. März 2010

Steife Brise...

...nunja, nicht wirklich.
Es sieht so aus, als sei man hier in asiatischen Gewässern noch weniger von Monsterwellen und dergleichen betroffen als im Mittelmeer. Das sind Nachrichten, die man dann im Fernsehen auf dem Hetzkanal CNN sieht und sich denkt 'oh mann, zum Glück..'.
Das ist schrecklich und hoffentlich einmalig!!
Dennoch ist es auch in Asien ordentlich tumultig, in Taiwan gab es ein Erdbeben. Und in weniger als einer Woche fahren wir nach Taiwan. Allerdings in den Norden, nach Taipeh, und dort soll es wohl alles im Lot sein. Also kein Grund zur Panik.

neue fotos gibts hier
http://www.facebook.com/album.php?aid=145907&id=621277031&l=d256ff1646
Viel Spaß!

Sonntag, 28. Februar 2010

Fünfmonatiges auf der Quest

Und ich frage mich einmal mehr, wohin die Zeit mit mir rast…!

Gerade eben war erst der Jahreswechsel, gerade eben sind wir nach Asien gekommen, und nun sind schon wieder zwei Monate verflogen. Seitdem sind wir im Vierzehntages-Rhythmus zwischen Singapur und Hong Kong hin und her gecruist. Auf unserer Route liegen Singapur, Bangkok, Sihanoukville (Kambodscha), Saigon, Danang, Halong Bucht und dann Hong Kong.
Was ist passiert…nichts großes. Die Leute kommen und gehen, die Tage verfliegen, es gibt immer vile zu tun. Auch meine Kollegen kommen und gehen, und Mitte Januar und Anfang Februar sind zwei meiner bisher längstsen Kollegen, die mit mir seit Anbeginn dabei waren, in die Ferien gegangen. Allison aus Canada, die ihren offiziellen Abschied von der Cruise Line angeküngigt hat, um mit ihrem Freund aus Rumänien dann in Canada neu durchzustarten. Ich wünsch den beiden alles Gute und hoffe sehr, dass sie Glück haben bei ihrem Neustart, traurig zu wissen allerdings, dass ich sie an Bord nicht wiedersehen werde. Anders ist das mit meinem Lieblings-German aus Costa Rica. Mit ihm habe ich meine ersten vier Monate meines Vertrages verbracht, ein Bombemkumpel, und ich habe dicke Tränen geheult, als er in die Ferien gegangen ist. Wenn er zuhause ist, will er seiner Freundin einen Heiratsantrag machen…ich habe ihn gecoacht, hoffentlich geht das allles seinen Gang ;-)!! (LOL!!). Das Gute ist, dass wir beide hoffentlich während unseres nächsten Vertrages auf dem gleichen Schiff landen, sodass zumindest ein Auge trocken bleiben konnte!

Seitdem hat sich unser Team aus sieben Leuten wieder neu zusammengefunden. Mit von der Partie ist meine Nummer Eins-Kumpeline Louise aus Schotland, mit der ich buchstäblich durch dick und dünn gehe. Mit ihr verbringe ich, selbstverständlich immer mit entsprechender Begleitung, die ganzen Overnights in den Häfen. Sei es Bangkok, Singapur, Saigon oder Hong Kong, keine Bar ist vor uns sicher, wir haben die Top-Bars aller Städte bis her abgecheckt und könnten fast Bewertungen für Guide Books schreiben, wo es die angesagtesten DJs, die besten Cocktails und die poshesten Skybars gibt. Mit ihr kommen die besten und lustigsten Schoten zustande, nie bleibt ein Auge trocken und die Lachmuskeln werden bis ans Limit strapaziert. Neulich, One night in Bangkok, sind wir im Oriental Mandarin Hotel eingekehrt, einem der traditionellsten und dicksten Hotels der Stadt. Nach Zapfenstreich wollten wir noch in ein der Bars und wir wurden als „Hotelgäste“ mit privater Mega-BMW-Limousine chauffiert. Wir sind im Auto fast vor Lachen gestorben als wir gefragt wurden, um welche Uhrzeit wir denn zurück in unsere Suite gebracht werden möchten…
Wir lassen es uns gut gehen und nehmen alles mit, was geht. Das Wetter ist traumhaft, und ab und an legen wir einen Badetag mit Sunbathing, Cocktails am Strand und einfach nur relaxen ein. Ein bisschen Spass muss immer sein! ;)

Im Moment sind wir auf See zwischen Ho Chi Minh City und Danang. Morgen kommen wir in Danang an, und ich fahre nocheinmal nach Hoi An, in die alte Schneiderstadt Vietnams. Dort war ich vor drei Wochen und habe mir einen Anzug bestellt, den kann ich mir dann morgen abholen J. Die Stadt hatte ich zuletzt vier Jahre vorher besucht, und seitdem hat sich einiges getan. Den wunderschön antiken und ursprünglichen Charakter und vor allem Charme hat die Stadt auf gar keinen Fall verloren, dafür aber eine Menge neu erschlossener und neu rekonstruierter Strassen, Geschäfte und Angebot für Touristen aus aller Herren Länder, daran kann man wirklich gut erkennen, was für einen Touri-Boom Vietnam in den letzten Jahren erlebt hat. Wenn jetzt nun auch schon Kreuzfahrer dort hin kommen können….

Nach Danang fahren wir in die Halong Bucht, und auch dort ist der Tourismus explodiert! Danach fahren wir wieder in unser heiliges Hong Kong und liegen dort für drei Tage. Dann beginnt es, spannend zu werden, denn wir fahren weiter nördlich nach Japan und China, pünktlich zur Kirschblüte.

Ich werde demnächst mal wieder ein Paar Fotos hochladen, also stay tuned bis dahin!
Liebste Grüße, nach Nah und Fern!

Samstag, 9. Januar 2010


Ein kleines Bilder-Resumé der letzten drei Monate auf der Azamara Quest.

Sonntag, 3. Januar 2010

Welcome to 2010!

Ich hoffe, dass nun auch wirklich jeder im entferntesten Winkel der Welt im Jahr 2010 angekommen ist und hiermit schicke ich meine allerbesten Grüsse und Glückwünsche hinaus in die Ferne!

Jedem einzelnen wünsche ich vor allem ein gesundes, zufriedenes & glückliches Neues Jahr!

Schnee ist bei mir auch dieses Jahr nicht auf dem Menü gewesen, ich bin aber um so mehr froh, seit Anfang Dezember in den heißen Gefilden unterwegs zu sein und sauge jeden Sonnenstrahl und jedes Grad Celsius über 20 Grad auf wie ein Schwamm.

Weihnachten ist hier an Bord wie auch letztes Jahr nicht ganz zu mir durchgedrungen, die Weihnachtsglückwünsche, die ich von zu Hause empfangen habe waren das am meisten Weihnachtliche, was ich mir wünschen konnte, und diese Grüsse haben mich unheimlich gefreut!
Da wir am 22. Dezember unseren Umschlagtag in Singapur hatten, waren die ersten Tage, auch in Weihnachten hinein, nur davon gezeichnet, mit den Neuankömmlingen an Bord fertig zu werden und uns von allen gestressten Urlaubern hier auf der Nase rumtanzen zu lassen ;-)

Somit ist für mich am Heilig Abend das Weihnachtsmahl komplett ins Wasser gefallen. Entschädigt hat mich dafür umso mehr die Weihnachtsparty on Christmas Eve und die kommenden Tage bis Sylvester. Gespickt mit netten Nachweihnachtsdinners, Parties und definitiv mehr Zeit zum Luftholen.
Ins neue Jahr reingeschlittert sind wir auf dem Weg von Saigon nach Hue, Vietnam. Mit ordentlich Sturm und Wellen! Dafür aber eine A-la-carte-Crew-Open-Air-Party auf Deck 11, herrlich & Happy New Year!

Mein erster Akt im Jahre 2010 waren ein paar leckere Pina Coladas und Sonnenbaden satt in einem fünf Sterne Resort am China Beach in Danang. So kann das für meinen Geschmack gerne weitergehen, jeder hat mal ein kleines Päuschen verdient.

Ich bin dabei, slowly slowly ein Paar Fotos auf Facebook hochzuladen, sofern es meine katastrophale Internetverbindung zulässt. Jeder ist da herzlich Willkommen, mal durchzugrasen.

Zwischenzeitlich habe ich ein kleines Update bezüglich meines Urlaubs bekommen: geplanter Rückflug: entweder am 2. oder am 15.Mai 2010! Und somit bin ich noch nicht mal bei meiner Halbzeit angekommen. Was aber ok ist. Seit ich seit Mitte Dezember eine neue Managerin habe, hat sich meine Lebensqualität hier an Bord und Arbeitsumfeld um 360Grad verändert und verbessert. Ich kann mich im Moment alles andere als beklagen, und es stimmt einfach ausgezeichnet. So sehr ich am Anfang missgestimmt war, bin ich es mittlerweile zu hundert Prozent umgestimmt. Good News also!

Das einzige, was mich bezüglich meines Rueckfluges ein bisschen stört: Kerstin & Jörg - ich komme wohl ein bisschen später als erwartet...hinauszögern steht da wohl keinesfalls zur Debatte... ;-9
Ich wünsche euch beiden insbesondere ein glückliches Neues Jahr und alles erdenkliche Gute!!!
Happy New Year und bis ganz bald!