Sonntag, 23. Dezember 2012

Seasons Greetings


Es gibt so wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße Nächte,
Drin alle Dinge Silber sind. 
Da schimmert manchen Stern so lind,
Als ob er fromme Hirten brächte
Zu einem  neuem Jesuskind.
Weit wie mit dichtem Diamantenstaube
Bestreut,  erscheinen Flur und Flut,
Und in die Herzen, traumgemut,
Steigt ein kapellenloser Glaube,
Der leise seine Wunder tut.

(Rainer Maria Rilke)



Seit vier Jahren darf ich endlich mal wieder ein Weihnachtsfest in der Heimat verbringen. 
Darauf freue ich mich schon seit Anfang diesen Jahres. Und nicht erst mit dem Beginn der Adventszeit zelebriere ich die Weihnachststimmung mit Hochgenuss und Akribie gleichermaßen.
Plätzchenbacken mit Freunden in Hamburg, Musik im Radio, Glökk-Trinken auf dem Jenaer Weihnachtsmarkt, Geschenke vorbereiten und zusammenbasteln, eines der schönsten Weihnachtskonzerte besuchen, dass ich mir vorstellen konnte, den selbstgemachten Rumtopf anstechen (hhhmmm)...es weihnachtet, und ich bin so happy, dass ich dieses Jahr im Kreise meiner lieben Familie und meiner Freunde ausklingen lassen kann, und genauso in heimatlichen Gefilden auch in ein ganz neues, aufregendes Jahr 2013 starten werde!

Ich wünsche allen ein frohes, gemütliches, und besinnliches Weihnachtsfest, und ein gutes, Neues Jahr!

Grüße in die Welt hinaus, und in Gedanken reise ich immer ein kleines Stückchen mit entlang des Weges...        

Aber so schön wie zuhause ist es wohl wirklich nirgends... gä?! :)

Freitag, 12. Oktober 2012

Einhundertsiebzig Tage



Oder fünf Monate und siebzehn Tage. Soviel Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. 

Ich sitze an meinem Schreibtisch und habe eine Aussicht auf hügelige, bunte Herbstwälder, mein antiker Globus steht in der Fensterbank zusammen mit Familienbildern im Bilderrahmen. Meine Fotosammlung aus der Welt hängt an der Wand.

Was in den letzten Monaten alles geschehen ist – da haben sich sprichwörtlich Welten verschoben, aufgetan und neu erschlossen.

Wie kommt man von gerade-in-Ille-aus-Lima-eingeflogen-und-nun-in-Jena-ein-neues-Studium-zum-Wintersemester-beginnen? Das ist eine längere Geschichte….passt thematisch aber weiterhin zu diesem Reiseblog.

In nur wenigen Worten kann man es so beschreiben: die Kreuzfahrtbranche hat See-seitig irgendwann mal ein Ende, wenn man nicht gerade entweder die Karriereleiter hochklettern oder aber den Absprung auch nicht verpassen möchte. Somit habe ich meine Piraten-Braut-Karriere beendet, bin mit der Südamerika-Saison zum letzten Mal zur Arbeit auf See gefahren, und habe meine zukünftigen Ex-Kapitäne-Schrägstrich-Ehemänner-in-Spe hinter mir gelassen (LOL).
Und mich zunächst auf einen erholsamen Sommer in Deutschland gefreut und  mich peu-à-peu auf einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben in deutschen Landen eingestellt.

Gelandet bin ich zunächst bei einer bekannten deutschen Reederei im schönen Hamburg. Vor lauter Hamburg-Liebe und Wasser-und-Hafen-Sehnsucht habe ich fast das Wesentliche aus dem Blick verloren…und zum Glück noch rechtzeitig festgestellt, dass die Kreuzfahrt von der Landseite aus nicht halb so spannend ist, wie von der Seeseite aus.

Und da ein Zurückgehen auf See für mich auch nicht in Frage kommt, und mir das Motto „Der Weg ist das Ziel“ auch sehr am Herzen liegt, hab ich in mich hinein gehorcht, und mich entschlossen, dass es für einen Komplett-Schwenk auch noch nicht zu spät ist. Sowieso nie! 

Hätte mir jemand vor fünf Monaten erzählt, dass ich zum Oktober Studentin an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena werde, dem hätte ich im Brustton der Überzeugung einen Vogel gezeigt.

Aber wie es manchmal so ist. Wer weiß, wozu die ganzen letzten Monate, Umwege und Kopfzerbrechen gut gewesen sind. So, wie es jetzt anläuft, und was am Ende herauskommen soll, fühlt sich auf jeden Fall am allerrichtigsten an. Und das ist die Hauptsache…!
Wenn alles gut geht, und da werd ich mich sehr drum bemühen, werde ich in die Fußstapfen meiner Mama treten, und irgendwann auch vor einer Klasse erwachsener, halbstarker Berufsschüler stehen :).

Das Reisen werde ich vorerst auf meine Semesterferien beschränken müssen. Aber die Weltluft geht einem Gott-sei-Dank nicht so leicht abhanden, ich hab weiterhin meine lieben Freunde, die mich aus aller Welt und den sieben Meeren auf dem Laufenden halten…

Herbstliche Grüße aus der Mitte Deutschlands!! 
Und wie immer freue ich mich auf News aus allen Himmelsrichtungen :)
Ahoi! 

Montag, 7. Mai 2012

Ein Herz für...Südamerika


Wenn man erst mal dabei ist, dann kann man immer ziemlich schwer wieder aufhören. Reisen. Entdecken & Erkunden. Und die Seele baumeln lassen. Fremde Köstlichkeiten probieren. Und herausfinden, wie die Leute da so ticken. Fernweh… weiterhin ungebrochen!
Nach einer ausgiebigen Tour durch Peru bin ich weiter ins Nachbarland: Ecuador. Und da gibt es ja auch unverschämt viele Dinge zu machen, so viel Zeit kann man ja gar nicht mitbringen ;) Und so bin ich dann von der Hauptstadt Quito, auf kühlen 2800m gelegen und von schönen Berggipfeln umringt, ausgeschwärmt. Hauptstädte haben immer einen ganz eigenen Charme, geben mir persönlich aber nicht allzu viel. Drum einfach nur: raus! Zunächst nach: Otavalo, etwas in nördliche Richtung. Und da kann man schon die ein oder andere Wanderung machen, Lagunen in stattlichen Höhen erwandern, oder in Thermalquellen baden, in natürlich heißen, eine Wohltat für müde WandererfüßeJ.  Und dann hab ich mich nach Schönwetter gesehnt, und Wärme und Sonne. Gen Süden, vorbei am Vulkan Cotopaxi, ging es in den süßen Ort Baños. Ecuador ist Bus-technisch genauso gut ausgebaut wie Peru, nur der Vorteil ist: das Land ist einen großen Deut kleiner, und die Entfernungen sind wirklich erträglich. In Baños verbringt man aus dem Stand mehr Tage, als eigentlich vorgesehen. Zu schön, um Fahrrad zu fahren, zu wandern, reiten(!?.. Aber woll!) und einfach nur in dem schönen Klima abzuhängen, in einem der super-individuellen Hostels, lecker essen gehen in einem der wirklich coolen Restaurants. Es gibt wirklich für jeden Geschmack etwas! Baños ist die perfekte Mischung aus Erholung und Erlebnis, und vom Klima so leicht und lieblich, ach und warum heißt dieser Ort so wie er heißt? Claro – die Baños Termales sind das Vorhängeschild dieser Gegend und machen einfach nur gute LauneJ. 
Als Abschieds-Geschenk an sieben Monate unterwegs sein hab ich mir in Montañita, einem total relaxten Surferort an der Pazifikküste entlang der Ruta del Sol, eine ganze Woche die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.  Und mich von Mariana’s frisch gepressten Säften verwöhnen lassen. Diese nette Dame an der ‚Strandpromenade‘ hat mich echt gekriegt, mit ihren frischen Brombeer-, Ananas-Orange oder Papaya-Erdbeer-Kreationen. Zum Reinsetzen, und für später auch gern mit Schuss ;P.
In Lima, wo ich meine ganzen unwichtigen Sachen im Hostal in Barranco gelagert hatte, bin ich dann noch zwei Tage abgetaucht. Und schließlich von dort mit vier verschiedene Flugzeugen über den großen Teich und gefühlt einmal um die ganze Welt, nach Haus gejettet.
Und kaum vierzig Stunden später, mit schönem Sonnenschein im Rucksack und einem Glücksgefühl das mir bis heute auf die Stirn geschrieben steht, bin ich dann auch in meinem geliebten Ille wieder eingetroffen, Ferien!
Und nach all dieser Zeit nun ein überzeugter ‚South American Explorer‘! Mit vollem Blut, von ganzem Herzen...und Lust auf MEHR!

Mittwoch, 4. April 2012

Anker lichten



Die Azamara Journey liegt nun schon mehr als zwei Wochen hinter mir, und faehrt, denk ich, auch ganz gut ohne mich :) Zeit, fuer Ferien, sehr dringend!

Die letzten Wochen an Bord sind nur so an mir vorbeigeflogen, die Karibik war die perfekte Aussteigerrunde, um noch mal schoen Sonne zu tanken. In Miami bin ich dann ausgestiegen und direkt nach Lima, Peru, geflogen.

Dort hab ich mich dann mit meiner allerbesten Suse getroffen, es haette nicht besser klappen koennen!
Und nun sind wir dabei, dieses so wundervolle Land mit seiner so unglaublich abwechslungsreichen Landschaft, zu erkunden.

Zunaechst haben wir es uns auf 3500m Hoehe in Cusco bequem gemacht. Von Null auf diese Hoehe hat uns ziemlich zu schaffen gemacht, Hoehenkrankheit laesst gruessen, und so haben wir eine gute Woche nur in Cusco und Umgebung verbracht. War toll! Und dort konnten wir uns auch schon mit einigen schoenen Tageswanderungen auf das vorbereiten, was dann kommen sollte: unsere viertaegige Wanderung im Lares-Tal, mit dem Machu Picchu als grosses Finale.

Wir sind bis auf einen 4400 m hohen Pass gekrakselt, und hatten von super Sonnenschein bis nicht wenig Regen und sogar Schneefall alles dabei, was uns Mutter Natur an Wetter bieten konnte!
Machu Picchu - dort ist mir ein Lebenstraum in Erfuellung gegangen. Keine Worte. Mein ganz persoenliches Hightlight dieser Reise, schon jetzt!

Von da aus sind wir in den Dschungel nach Puerto Maldonado geflogen, an die Bolivianische Grenze. Knackige 36 Grad Celsius sind uns entgegen gekommen, und es war endlich mal so schoen warm, dass man auch mal nach kurzen Sachen schreit!! ... Wir sind schliesslich immernoch in der Regenzeit...
Und da haben wir den Urwald erkundet, in der Tambopata Candamo Natural Reseve. Ein Kleinod. Ein wirlich noch unangetastetes Paradis auf Erden. Und bei unser Wanderung durch diese Landschaf, sind wir mit so einigen Tierbeobachtungen belohnt worden, um nur einen Riesennasenbaer oder Faultiermama mit Kind und Riesenflussotter zu nennen, Affen in freier Wildbahn in den Baumkronen...herrlich!

Und da wir die Zeit ja auch nicht im Ueberfluss haben, sind wir von dort aus gleich weiter, und nun sind wir live am Titikakasee, auf 3810 Hoehenmetern.
Gerade haben wir die Reedinseln der Vorfahren der Uro-Einwohner besucht, und nun entspannen wir noch ein bisschen im Hostel, bevor wir uns morgen weiter machen...in den tiefsten Canyon von Suedamerika...den Colca Canyon!

Gruesse aus dem total schoenen Peru, ich kann es nur weiterempfehlen, und vorab schon mal: Frohe Ostern!

Sonntag, 26. Februar 2012

So allerlei

Was sonst noch so zwischen der Antarktis und dem Karneval passiert ist...?

Hatte ich schon erwaehnt, dass wir in Uruguay eine tolle Zeit hatten ?

Gelesen hab ich, dass dieses kleine Land mit seinen nur drei Millionen Einwohnern als Schweiz von Suedamerika gilt, und wenn man erst mal da war, meint man wohl, dass es nicht der letzte Besuch gewesen sein soll! ...I-n-t-e-r-e-s-t-i-n-g! (Man muss allerdings aufpassen, dass man nicht zum Fleisch-Addict mutiert...herrjee!)

Schoene Straende in Brasilien geniessen und ein bisschen die Seele baumeln lassen kam soweit auch nicht zu kurz...

Ach ja, hohen Besuch hatte ich in der Zwischenzeit natuerlich auch noch!
Meine Mini-Ferien mit den Maedels!Und jetzt, wo der Karneval in Rio auf den Tag genau vorueber ist, machen wir uns mit unserer kleinen Journey auf die Rueckreise in Richtung Karibik. Vor uns liegen nun zwei laaaaange Wochen mit ein Paar Stopps hier und da entlang der Brasilianischen Kueste, bevor wir dann in Barbados eintreffen.

Und schon ist so eine Saison in Suedamerika zuende... Ich packe meinen Rucksack...

Mittwoch, 22. Februar 2012

Wo zum Teufel - wenn nicht in Rio?!!


Ich denke, man darf mir auf die Schulter klopfen, drei Tage Party non-stop, und ich bin nicht suspendiert worden lol :)
Meine Guete, die Cariocas wissen wirklich, wie man eine dicke Party schmeisst, rund um die Uhr!!! Ausnahmezustand!!!

Wir sind am Sonntag in Rio angekommen und haben es so gehandhabt, wie wir schon aus Erfahrung wissen: lasst doch die anderen teure Tickets fuer hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Dollar erstehen, wir sind raus auf die Piste und haben fuer nicht ganz dreizig dollar Tickets fuer das Sambódromo bekommen, und hatten ne Bombenzeit!! In diesem Sambódromo treten die Sambaschulen aus dem ganzen Land an, jede Schule mit 3000 bis 5000 Teilnehmern! Zusammen mit wohl hundert tausen Zuschauern haben wir dieses Spektakel in der Parademeile bestaunt, bis in die fruehen Morgenstunden. Und da war es noch lang nicht vorbei! Und das war auch nicht die einzige Fete - Carnival in Rio heisst rund um die Uhr, eine tobende Horde von Paradisvoegeln, ueberall in der Stadt, tagelang, explosiv, laut, bunt, viel nackte Haut, ausgelassen, und voellig ausser Rand und Band mit wohl geschaetzten zwei Millionen Karnevalsjaecken in der Stadt!!!
Ich bin reif fuer die Insel!

So langsam neigt sich unsere Kreuzfahrtsaison in Suedamerika dem Ende entgegen, und wir machen uns ab Ende Februar wieder auf in Richtung Norden...die Karibik ruft!
Und so langsam darf ich meinen Countdown anzaehlen, und freu mich auf meine wohlverdienten Ferien!

Soweit aber noch...Gruesse aus der Cidade Maravilhosa...und aus dem so vielseitigen bunten Brasilien :)




Donnerstag, 26. Januar 2012

Vom Ende der Welt...Ushuaia, Tierra del Fuego & Patagonia


...in dieser Gegend haben wir uns vor zwei Tagen eingefunden, nachdem wir frisch und durchgefroren von der Antartkischen Halbinsel zurueck gekehrt sind.
In Ushuaia bin ich auf eine Wandertour in der Gegeng um Tierra Mayor gegangen, mal eine ganz andere Kulisse, mit Mooren, fluffigem Waldboden, Wiesen, Baeumen, Natur pur, es war herrlich! Hab mich wie zu Haus gefuehlt, wie im schoenen Harz! :)

Die Drake-Passage sowie auch Kap Horn haben wir mit links genommen, und ich kann nur noch mal betonen, wie wir hoechstwahrscheinlich mit unendlichem Glueck gesegnet wurden, dass uns die See mit Samthandschuhen angefasst hat!! Ich hatte da so meine Befuerchtungen! Man hoert ja die ungeheuerlichsten Geschichten um die Seefahrt in diesen Gewaessern...ganz zu Schweigen von den unzaehlbaren Schiffswracks, die hier entlang der Route liegen...

Heut sind wir in Puerto Madryn.
Die Temperaturen sind in den letzten 48 Stunden rekordverdaechtig von unter zehn Grad in Ushuaia bis auf knusprige 34 Grad in Puerto Madryn geklettert - was so knap 1400 km doch ausmachen koennen!
Wir sind nicht weit von der Penisula Valdez entfernt, und mit etwas Glueck, springen mir vielleicht ein Paar Pazifische Glattwale vor die Linse :)

Sonntag, 22. Januar 2012

Der weisse Kontinent


Hier sind wir nun. Azamara Journey, in der Antarktis. Mir fehlen die Worte.

Auf dem Weg hierhin haben wir in Port Stanley, auf den Falkland Inseln, Halt gemacht. Weit und breit nichts als Felder, Wiesen, Steinhuegel, und vor allem: Meer! Und Wind! Viel Wind! Aber noch mal mehr: Pinguine!! Hah!

Wir hatten eine Crew Tour organisiert und sind mit 4x4’s ueber Stock und Stein gefahren, um zur Bluff Cove zu gelangen, wo eine grosse Kolonie von Gentoo- und auch Koenigspinguinen ansaessig ist.

Schoenes Erlebnis. Kleine, suesse Freunde sind das! :)

Wir haben uns alle staendig gefragt, wie das so sein muss, mit nur 2100 Menschen, die dort auf den Falklands andsaessig sind... Es halten aber eine gute Zahl von Kreuzfahrtschiffen dort an, und bringen guten Umsatz im Tourismus, hat man uns gesagt.

Ein voller Seetag spaeter – und was hatten wir bisher fuer Glueck, war wie ein Spaziergang und gar nicht so, wie befuerchtet, rau und schaukelig! Toitoitoi fuer die Rueckfahrt durch die Drake-Passage... :-S

Nun sind wir auf alle Faelle im Antarktischen Meer angekommen und verbringen ganze drei Tage hier mit ‚Scenic Cruising’.

Waehrend wir am Tag eins an der King George’s Island in Richtung Antarctica Sound, besser auch bekannt als „Iceberg Alley”, vorbei fahren, haben wir schon die ersten richtig schoenen, grossen Eisberge bestaunen koennen. „Eisberg in Sicht!“ toent es von der Bruecke von Captain Johannes!

Wir haben Enrichment Lecturers an Bord, die uns wissenswerte Beitraege ueber Lautsprecher mitteilen, alles rund um die Antarktis, von Flora ueber Fauna bis hin zu interessanten Fakten ueber die wissenschaflichen Basen, die hier rundherum verstreut liegen.

So wusste ich zum Beispiel nicht, dass Pinguine 75% ihres Daseins im Wasser verbringen und bis zu 40Km pro Stunde schwimmen koennen!

Tag zwei, wir haben den 20. Januar. Wir befahren die „Gerlache Strait” und es bietet sich uns eine einzigartig schoene Eislandschaft. Den ganzen Morgen fahren wir und fahren wir und sehen Pinguine, Wale, Seerobben, Voegel.

Jeder ist draussen, und staengid kommt eine Durchsage nach der naechsten, Wale auf steuerbord, Seerobben auf backbordseite, wir sind nur am Staunen und Kamera-Zuecken.

Mittags fahren wir an einer Chilenischen Wissenschaftsbasis vorbei, und nehmen Kontakt mit den Wissenschaftlern auf. Dort leben 12 Monate im Jahr 13 Mitarbeiter, die auf dieser Station das Land Chile repraesentieren. Wir schickten eine kleine Abordnung unserer Schiffsfuehrung mit einem Zodiac and Land und kamen mit fuenf Chilenischen Landsmaennern im Gepaeck zurueck: u.a. dem Commandanten der Basis, einem Elektriker, einer Krankenschwester (maennlich, dort sind weibliche Mitarbeiter eher rar!) und der wichtigsten Person: dem Koch! Wir bieten ihnen fuer einen Nachmittag unsere Azamara-Gastfreundschaft an, lassen sie ein Paar Reserven an frischem Obst und anderen Koestlichkeiten mit einpacken, und veranstalten eine Frage&Antwort-Runde fuer alle Gaeste und Crew. Das war hochinteressant – nicht alle Tage kommt man mit solch auserwaehlten Persoenlichkeiten in Kontakt und kann sie zu ihrem Alltag befragen. In Antarctica haben 29 Laender Research Stations, auf denen im Sommer ca. 4400 Mitarbeiter und im Winter ca. 1100 arbeiten und leben. Und es ist nicht so einfach, dort einen Posten zu bekommen.

Captain Johannes mag es, die Gaeste wirklich mit den ausgefallensten Dingen zu unterhalten: Wir schicken ein Paar Sailors in einem kleinen Boot raus aufs Wasser, und sie kommen mit einem riesigen Eisklotz im Schlepptau wieder.

Dieses Antarktische Eis wurde an Bord gehievt – und kaum eine halbe Stunde spaeter koennen wir Drinks Specials mit „Antarctic Ice“ an der Bar verkosten... Cheers!

Oder hier ist noch einer: Alle Reisepaesse, und nicht nur die der Gaeste, auch unsere Crew, bekommt einen (Pinguin-)Stempel von der Antarktis-Station der Chilenen, was fuer ein schoenes Souvenir!

Am Nachmittag befahren wir die Paradise Bay und ich wohne meiner ersten (voellig legalen!) Hochzeit auf See bei. Was koennte es fuer einen spezielleren Ort geben, dem suedlichsten Punkt, den wir hier auf dieser Reise erreichen, in der Paradise Bay auf der Bruecke vom Captain getraut zu werden!

Tag drei. Wir sind suedwestlich der Bransfield Straight gesegelt und nun vor Deception Island, unsere Schiffsbug schaut direkt in Neptune’s Cove. Starke Winde von bis zu 54 Knoten (!) erlauben es uns leider nicht, in die Öffnung zu Neptune’s Cove hereinzufahren, zu gefaehrlich. Es sind dort wohl schon einige Schiffe auf Grund gelaufen... Captain Johannes meinte, wir wollen keine Helden spielen, und segeln darum lieber noch eine Runde um Deception Island, wo wir eine Pinguin-Kolonie mit ca. 150 Tausend Pinguinen bestaunen koennen! Direkt davor liegt ein Schwedisches Expeditionsschiff, ich kann mir nicht vorstellen, wie es auf so einem Schiff sein muss: der Wind laesst einem alle Glieder gefrieren, es ist so eisig kalt. Und wie soll so ein kleines Segelschiff nur warm werden?? Ein Raetsel!

Die kaelteste Temperatur, die je in der Antarktis gemessen wurde, war -89ºC (Juli 1983), davon sind wir um Einiges entfernt. Dennoch moechte ich auf jeden Fall nicht mit den Schweden tauschen, und ziehe unsere gemuetliche kleine Journey vor.

Gestern abend hat es tatsaechlich angefangen zu schneien, und unsere open decks waren in eine weisse Zucker-Schicht gehuellt. Manch Inder oder Filipino hat zum ersten Mal in seinem Leben Schnee gesehn...und wir haben spaeter von einem blinden Passagier gehoert, der sich mit Hut und Karotten-Nase an die Schiffswand beim Pool geschmiegt hat...Let it snow, let it snow, let it snow...

Vor uns liegt die Überfahrt durch die Drake-Passage. Es warten Winde in Hurricane-Staerke auf uns. Augen zu und durch. Sind „nur“ anderthalb Tage und eine Nacht, bis wir in Ushuaia ankommen und nach fuenf Tagen auf See endlich wieder Land unter die Fuesse bekommen.

Antarctica, der siebte Kontinent, der fast 9% der Erdoberflaeche bedeckt, auf dem sich sieben Nationen breit gemacht haben, und Land ihr Eigen nennen (Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Neu Seeland, Norwegen und Gross Britannien). Antarctica, auf der es keine natuerlichen Einwohner gibt, dort, wo es keine Hauptstadt gibt, es ist ein Gebiet, auf dem laut „Antarctic Treaty“ von 1959 in friedlicher und rein wissenschaftlicher Mission gewirkt werden darf, und diese Stationen muessen jederzeit offen fuer jegliche Art von Inspektionen und Besucher sein.

Jeder ist total begeistert nach diesen drei Tagen, und nun gehoeren auch wir zu den ca. 34.000 Besuchern, die jaehrlich in diesen Teil der Welt fahren.

Antarctica – das ist wirlich ein spektakulaeres, unbeschreibliches Erlebnis!

Donnerstag, 19. Januar 2012

Eisberg in Sicht!

Und da waeren wir endlich: in Antarctica!

Montag, 16. Januar 2012

Buenos Aires...die Melancholische


Nachdem wir in Montevideo in diesem wunderschoenen Mercado del Puerto, einer Markthalle im Style des Paris vom Anfang der 20er-Jahre, wahrscheinlich ein ganzes Rind verspeist haben, und ich kann wirklich nur sagen: es war das b-e-s-t-e Rinderfilet das ich je in meinem Leben gegessen habe, wir waren wie besessen... - Danach sind wir fuer ganze drei Tage nach Buenos Aires gefahren.

Haaah. Buenos Aires. Die Schöne. Die Melancholische. Ich habe ewig davon getraeumt, diese Stadt zu besuchen, von der man hoert, dass sie einen sexy Latino-Europäischen Charme besitzt, gepaart mit erlesener Eleganz. Eine wirklich einzigartige Metropole!

Und weil man mit Buenos Aires nicht nur Evita sondern auch Tango in Grossbuchstaben verbindet, sind meine Freundin Juliana und ich gleich am ersten Abend auf eine fantastische Tango-show gegangen: Carlos Gardel. Noch Tage spaeter hab ich diese Chansons im Kopf, der Tanz, Gesang, das Orchester, alles drumherum...man hat sich in das Buenos Aires der 20/30er Jahre zurueck versetzt gefuehlt, es wahr einfach atemberaubend schoen!!

Am naechsten Tag sind wir...gelaufen und gelaufen. Die ganze Stadt. Nunja, fast. Den Evita-Friedhof hab ich nicht mehr geschafft, aber es muss ja auch noch was uebrig bleiben fuer’s naechste mal. Ich habe fest vor, irgendwann (bald?) Argentinien einen ausgiebigen Urlaub zu widmen!!! Find ich jetzt schon so was von toll, und persoenlich gefaellt es mir besser noch als Brasilien! Es ist einfach so...sophisticated schoen! Europäisch! Und doch...Latino!

In La Boca reihen sich Haueser mit bunten Fassaden aneinander, es gibt Strassenstaende auf den Kopfsteinpfasterstrassen mit Malerei und allerlei Kunsthandwerk, die Bars haben jeweils ihre eigene kleine Buehne zur Strasse hinaus, auf der man Tango-tanzende-Paare beobachten kann.

Auf der Plaza Mayo, dem Herzen der Stadt, steht das Casa Rosada, mit dem beruehmten Balkon, von dem Evita damals ...man kennt die Geschichte.

Und Puerto Madero erinnert mich mit seinen ausgezeichnet stylisch-restaurierten Backstein-Fassaden, ehemalige Hafen-Silo-Gebaeude, so sehr an Hamburg...ich kann nur sagen: ich bin hin und weg!!

Als Bonbon wurden wir von einem Freund meines allerliebsten Kollegen Jose, der in Buenos Aires lebt und dort auch ausgestiegen ist, um in die Ferien zu gehen, in ein Theater eingeladen, dessen Direktor der Freund von Jose ist. Die Vorstellung des Abends war eine spanische Flamenco-Saengerin Schraegstrich Taenzerin. Mit hervorragendem Drum-Duo, wirlich was aus der Ecke. Und zum kroenenden Abschluss sind wir im Hotel Faena, dem glaub ich stylischsten Hotel in BA, abgestiegen und haben fancy cocktails und tapas geschlemmt. Jose hat dort vorher gearbeitet, und wir sollten uns hueten, nicht seinen Empfehlungen zu folgen!! Hat sich mehr als gelohnt. Wir sind absolut ge-WOW-t worden!!!

Nun sind wir auf dem Weg in Richtung Antarktis. Endlich. Unser erster Stopp fuehrt uns auf die Falkland Inseln nach Port Stanley. ICH WILL PINGUINE SEHEN J!

Unsere Gedanken gehen natuerlich in diesen Tagen an die Opfer der schrecklichen Katastrophe der Costa Concordia vom vergangenen Freitag. Das geht durchs Mark, und wir haben direkt ein meeting fuer die gesamte Crew einberufen gehabt, um uns alle auf den Stand zu bringen. Nicht, dass wir das bezweifeln wuerden, aber deshalb machen wir unsere Drills gefuehltermaßen allwoechentlich. In der Tat ist es alle zwei Wochen. Und wir stoehnen immer. Aber das bringt uns wirklich ins Bewusstsein, was wirklich im Falle eines Notfalls passieren kann, und man denkt sich, es hat doch alles seine Berechtigung. Und wir fuehlen uns mit unserem Kapitaen Johannes, einer wirklichen Perle, ich kann es nicht ansers sagen, in den sichersten Haenden.

Prompt waehrend unseres ersten Seetages nachdem wir Montevideo verlassen hatten, hatten wir einen Total-Black-Out. Samstag Nachmittag. Ich dachte, was ist DAS denn, das kann doch nur ein schlechter Witz sein!! Um 17 Uhr am nachmittag, und alle Lichter gehen aus, keine Motorengeraeusche, nichts! Aber auch hier hat Captain Johannes sofort eine Durchsage nach der naechsten gemacht, wir sind alle auf dem Laufenden gehalten worden, und es lag wohl an dem neuen Treibstoff, den wir extra fuer unseren Trip in die Antarktis tanken mussten, der Uebergang von vorherigem zu dem Neuen Stoff war wohl fuer die Maschinen etwas zu viel. Aber nach einer halben Stunden ruhigen Floatings auf Hoher See, sind wir - als sei nichts gewesen - weitergefahren, und alles ist in bester Ordnung. Aber der Zeitpunkt fuer einen solchen Blackout, wo man stuendlich in den News neue Horrorberichte von der Costa hoert, war denkbar schlecht.

Dennoch...Antarktis...wir kommen! Ich glaub, wir muessen uns bald waermer anziehen J

Noch etwas...

Heute haette mein lieber Opi Didi Geburtstag...Happy Birthday

Und ach, und NOCH etwas:

Ich freu mich auf meinen Überraschungsbesuch von Stef & Kristina nächste Cruise, der KNALLER!!!



Montag, 9. Januar 2012

Surprising...Uruguay!

Juanico Winery - dort, wo der Praesident von Uruguay seinen Wein bestellt...
Punta del Este - schlicht & einfach: schoen!
El Mano - Wahrzeichen von Punta

Donnerstag, 5. Januar 2012

Schön-Wetter-Rio

Copacabana Beach & Christ The Redeemer im Hintergrund
Copacabana & der Zuckerhut, an Sylvester
Beim Sailaway aus Rio, buchstaeblich von gestern :)


RIO DE JANEIRO!!


Diese Stadt zu besuchen, kommt einem Traum von mir gleich!
Am letzten Tag des Jahres 2011 auf den Corcovado hochzufahren - Besser geht's nicht!!
Rio und sein Wetter haben sich von der besten Seite gezeigt! Ich glaube ich gehoere nur zu einer ganz kleinen Gruppe derer, die zur Christusstatue fahren, und selbst bei 10 m Entfernung von der Riesen-Statue, nur vage Umrisse zu Gesicht bekommen!!! In der Tat ist das Wetter so eine Sache dort oben. Ich hab eine Dokumentation gesehen, in der berichtet wurde, wie schnell das Wetter umschwingen kann um diese Huegelspitze. Und tja, was soll ich sagen - ich kann dem nur zustimmen!
Nicht, dass es waehrend dieser zwei Stunden (mit Schlange stehen, halbe Stunde Cable-Car hoch fahren und sich durch etliche tausend Menschen-Massen zu boxen lange genug gedauert haette...waehrend dieser Zeit sah es alles ganz vielversprechend aus!) nach Nebel oder Aehnlichem aussah...kaum oben das Ziel erklommen, zieht sich der Himmel ueber uns zu, und wir sind in eine dichte, undurchschaubare Nebeldecke gehuellt. Und selbst eine halbe Stunde warten brachte uns nicht mehr zu sehen.
Well well, was soll man tun. Ich war oben, und es hat sich ein Traum von mir erfuellt (noch einer, check!), und alles weitere haengt ja immer vom Auge des Betrachters ab...und dem Point of view! Ob ich noch mal diese Tortur durchmachen wollte, um noch mal hochzufahren...? Nicht im Leben! Vielleicht war es aber auch zu einem Sylvester-Tag, und sage und schreibe 11 weiteren Riesen-Mega-Cruise-Linern einfach hoellenmaessig voll in Rio, die Stadt ist aus allen Naehten geplatzt!

Um dem Jahr gebuehrend good-bye zu sagen, haben wir etwas ganz besonderes miterleben duerfen. Um 18 Uhr sind wir aus dem Hafen abgelegt, und haben ein kleines Rennen mit den anderen 11 Schiffen absolviert...wer als erstes die beste Position in der Bucht vor Copacabana-Beach zum Ankern gefunden hatte. Natuerlich wurde auch hier nichts dem Zufall ueberlassen, und die Schiffe, 12 an der Zahl, sollten sich in vier Reihen hintereinander positionieren. Unsere Journey, als eines der kleinsten Schiffe von allen, hatte die Pole Position in Reihe eins, und das hat sich gelohnt! Die Sicht auf Copacabana und den Corcovado, und das wohl groesste Feuerwerk der Welt - ein Wahnsinnsgefuehl!!
Wir hatten eine Deckparty geplant, um diesem sagenhafen Schauspiel von draussen aus zuschauen zu koennen...den Aber-Millionen Menschen (um die drei) beim Feiern am Strand zuschauen. Auch abends hat uns das Wetter einen nur kleinen Strich durch die Rechnung gemacht, und es hat geregnet. Wir haben unsere Parties an Bord nach innen verlegt, und konnten von Deck 5 aus alles immernoch perfekt beobachten. Immernoch...atemberaubend toll! Ich glaub wirklich, das war das allergroesste Feuerwerk, was ich je gesehen habe.

Mit Parties im Cabaret, im Looking Glass und zum Schluss in unserer Crew-Area - hat sich der Rutsch in 2012 wirklich super schoen erleben lassen... Happy New Year, Feliz Nuevo Ano, Joyeux Nouvel An & Frohes Neues!!