Dienstag, 17. November 2009

November-Update

Eigentlich wollte ich schon seit Wochen, ja, ich kann fast von zwei Monaten sprechen, meinen Blog upgedatet haben. Doch irgendwie hab ich in meinem Alltag bis jetzt noch nicht so richtig die Lücken gefunden, in denen ich mich (wie eigentlich sonst) lang und ausgedehnt im Internet vergnügen kann. Es gibt einfach zu viele gute Häfen da draußen und zu viele Dinge, die ich mit meinen Leuten unternehme. Und somit muss ich mich jetzt ein bisschen im resümieren der letzten Wochen üben.
Mein Alltag besteht aus viel Arbeit. Das geht den Menschen wie den Leuten. Das nette aber ist, dass wir wie schon erwähnt jeden Tag an einem anderen Fleckchen Erde ankern. Auf der anderen Seite bin ich nun mehr als vertraut mit safety drills (Rettungsübungen auf hoher See), Cabin Inspections, bomb search (ja auch auf Kreuzfahrtschiffen haben wir Potential für eine Bomben-Attacke!) und tausend regeln, die mich sonst eigentlich nicht die Bohne interessiert haben. Aber gut, was soll’s. Man gewöhnt sich dran, und die anderen schönen Dinge, die so ganz nebenbei als Annehmlichkeiten abfallen, schätzt man dann umso mehr!
Seit ich an Bord bin sind wir mit dem Schiff die Südküste von Frankreich entlanggefahren, um Italien herum, nach Griechenland, entlang der türkischen Küste, Ägypten… Ich habe die traditionellen türkischen Bäder ausprobiert, Wasserpfeife in Istanbul gepafft, Kamele in Ägypten geritten, Tut-Ench-Amun in der Pyramide von Gizeh die Hand geschüttelt, die Ruinen von Pompei erkundet --- … es gibt so viel zu machen im schönen Europa!!
Nun sind wir für die letzten zwei Wochen im Mittelmeer und machen uns so langsam frisch für die Überfahrt durch den Suezkanal nach Dubai und Indien. Acht Tage auf See am Stück… ich kann’s kaum erwarten!!

Alles neu macht der September…

… nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern auch ein neuer Job!
Nach etlichen Tests und Interviews in allen möglichen Sprachen, Medien, zu den unmöglichsten Uhrzeiten und mit den unterschiedlichsten Personen habe ich die Zusage zu einer neuen Herausforderung bekommen. Und nun bin ich schon wieder unterwegs, als neue Internationale Hostess auf der Luxus-Reederei Azamara.
„Mein“ Schiff, die Azamara Quest, ist in vielerlei Hinsicht anders, als ich es gewöhnt bin.
Verwöhnt von den großen brandneuen Schiffen von Princess muss man sich hier erst mal rein fuchsen. Und klar, von der anderen Seite, aus der Sicht eines Crew-Members, sind da viele Veränderungen vorprogrammiert, die mir vorher, als Dauerpassagier und wohl bestückt mit dem schönsten Job der Welt, nicht so aufgefallen wären.
An Bord angekommen hätte ich eigentlich am liebsten gleich wieder meine sieben Sachen gepackt (und dabei habe ich viel zu viel mal sieben) und wäre drei Piers weiter auf die Grand Princess gegangen, die rein zufällig im Hafen von Barcelona lag. Viele Kleinigkeiten, darunter die Tatsache, dass man sich darauf einstellt, seine eigenen vier Wände zu haben (wenn auch im Barbyhausformat) und es dann doch nicht hat, weil das Schiff einfach mal viel zu klein ist, um jeder Position seine „Rechte“ zuzugestehen. Und somit wohne ich in einer Minikabine ohne Barby-Schick aber dafür mit Carina, meiner Roomy aus Argentinien. Und wenn sie nicht wirklich so ein Goldschatz wäre, würde ich mich vielleicht immer noch grau grämen, dass ich mein Zimmer teilen muss. Aber so ist das nun doch in Ordnung. Wie war das, man gewöhnt sich schließlich an alles.
Auf dem Schiff sind „nur“ 670 Passagiere und 400 Crew, das sind Dimensionen, die mit meiner bisherigen Erfahrung nicht das Geringste gemein haben. Aber auch hier hat das seine Vorteile, denn mit diesem kleinen Kähnchen fahren wir wirklich jeden Tag einen neuen Hafen an, im Moment noch im Mittelmeer, und ich komme an Plätze, von denen ich vor drei Monaten noch nicht mal den Namen kannte. Mit so wenig Crew kennt man auch spätestens nach 3 Tagen die komplette Besatzung und ist mit jedem dicke da, da hat auch der Captain nicht so eine Mega-Autoritäts-Rolle wie auf einem Schiff mit 1100 Crew. Unser Kapitän ist „erst“ Mitte dreißig und liebt Karaoke, und ist so gut wie immer der letze in der Crewbar. Hab ich so auch noch nicht gesehen, ist aber unheimlich witzig! Hier geht es alles sehr persönlich zu, definitiv ein Riesenpluspunkt!