Dienstag, 17. November 2009

Alles neu macht der September…

… nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern auch ein neuer Job!
Nach etlichen Tests und Interviews in allen möglichen Sprachen, Medien, zu den unmöglichsten Uhrzeiten und mit den unterschiedlichsten Personen habe ich die Zusage zu einer neuen Herausforderung bekommen. Und nun bin ich schon wieder unterwegs, als neue Internationale Hostess auf der Luxus-Reederei Azamara.
„Mein“ Schiff, die Azamara Quest, ist in vielerlei Hinsicht anders, als ich es gewöhnt bin.
Verwöhnt von den großen brandneuen Schiffen von Princess muss man sich hier erst mal rein fuchsen. Und klar, von der anderen Seite, aus der Sicht eines Crew-Members, sind da viele Veränderungen vorprogrammiert, die mir vorher, als Dauerpassagier und wohl bestückt mit dem schönsten Job der Welt, nicht so aufgefallen wären.
An Bord angekommen hätte ich eigentlich am liebsten gleich wieder meine sieben Sachen gepackt (und dabei habe ich viel zu viel mal sieben) und wäre drei Piers weiter auf die Grand Princess gegangen, die rein zufällig im Hafen von Barcelona lag. Viele Kleinigkeiten, darunter die Tatsache, dass man sich darauf einstellt, seine eigenen vier Wände zu haben (wenn auch im Barbyhausformat) und es dann doch nicht hat, weil das Schiff einfach mal viel zu klein ist, um jeder Position seine „Rechte“ zuzugestehen. Und somit wohne ich in einer Minikabine ohne Barby-Schick aber dafür mit Carina, meiner Roomy aus Argentinien. Und wenn sie nicht wirklich so ein Goldschatz wäre, würde ich mich vielleicht immer noch grau grämen, dass ich mein Zimmer teilen muss. Aber so ist das nun doch in Ordnung. Wie war das, man gewöhnt sich schließlich an alles.
Auf dem Schiff sind „nur“ 670 Passagiere und 400 Crew, das sind Dimensionen, die mit meiner bisherigen Erfahrung nicht das Geringste gemein haben. Aber auch hier hat das seine Vorteile, denn mit diesem kleinen Kähnchen fahren wir wirklich jeden Tag einen neuen Hafen an, im Moment noch im Mittelmeer, und ich komme an Plätze, von denen ich vor drei Monaten noch nicht mal den Namen kannte. Mit so wenig Crew kennt man auch spätestens nach 3 Tagen die komplette Besatzung und ist mit jedem dicke da, da hat auch der Captain nicht so eine Mega-Autoritäts-Rolle wie auf einem Schiff mit 1100 Crew. Unser Kapitän ist „erst“ Mitte dreißig und liebt Karaoke, und ist so gut wie immer der letze in der Crewbar. Hab ich so auch noch nicht gesehen, ist aber unheimlich witzig! Hier geht es alles sehr persönlich zu, definitiv ein Riesenpluspunkt!

1 Kommentar:

  1. "erst" Mitte dreißig ?!!
    Und solch einem Greenhorn vertraut man ein so großes Schiff an?

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