Dienstag, 28. Dezember 2010

ZWANZIGZEHN





Nun sind wir zwischen den Jahren, Weihnachten ist vorbei, und das war bereits Nummer drei in meinem „Home away from Home“…

An Heilig Abend waren wir auf See. Und über die Feiertage ganze drei Tage im Fluss von Bangkok angeleint. Am 27.12. haben wir für uns Crew dann richtig Weihnachten gefeiert. Jeder konnte in die Küche gehen, und sein traditionelles Gericht kochen, was es zu Weihnachten zu Hause gibt. Ich dachte mir, da mach ich mit! Und hab mich für die „deutsche Fraktion“ bereit erklärt, ein bisschen Heimat an Bord zu bringen. Meine Auswahl war unser geliebtes Ragout Fin und Heringssalat. Von unseren ganzen drei Deutschen (mich bereits eingeschlossen) an Bord und einem Ösi war ich die einzige, die tatsächlich zum Kochtermin angetreten ist, und als ich mit meinem Rezept von meiner lieben Dodo für vier Personen ankam, wurde ich erst mal kräftig ausgelacht. „Wer sollen denn die vier ausgewählten Gäste sein? Captain, Hotel Director, Staff Captain & Chief Engineer?!“ Klar, dachte ich mir auch, ihr Witzbolde. Etwas an den Zahlen gedreht, zum Glück haben wir ja Leute an Bord, die sich damit auskennen, und dann war ich aber immer noch allein! Ragout Fin aufgrund von viel zu schwierig, um das für vierhundert Crew zu kochen, und dann auf den Heringssalat konzentriert. Aber was tut man, wenn man nicht mal die gleichen Zutaten, wie zuhause bekommt? Ich habe glücklicherweise eine Küchenhilfe zu Hilfe bekommen, die sich meiner erbarmt hat. Ansonsten hätte ich dort Tage gestanden, um zwei Kilo Heringe und den Rest, was man halt für einen großen Salat mit etlichen leckeren Sachen so zurecht schnippeln muss! Unser Ösi an Bord, verantwortlich für Food & Beverage, hat die ganze Zeit geprahlt mit seinen Salzburger Nockerln, und wie toll die doch wären! Am Ende des Abends - wir hatten dann ein Riesenbuffet für uns vierhundert „Family members“ mit so vielen Leckereien aus allerlei Ecken der Welt, und die Senior Officers haben uns bedient – kam mein Österreichischer Kollege sichtlich angesäuert auf mich zu und hat mir folgende Episode erzählt: Er wollte sich noch ein Extra Lob vom Captain einholen, und sich für seine tollen Salzburger Nockerln rühmen lassen. Der Captain, ein schwedischer Finne, hatte ihn aber geradezu auf mein Salattablett mit Heringssalat geführt, und gemeint, wie köstlich das doch gewesen sei, er hätte ganze zwei Teller davon gegessen und sich nachhause versetzt gefühlt!! Das war Situationskomik pur, wir haben so gelacht!

Nun sind wir auf dem Weg nach Kambodscha, legen dort einen Tag am Strand ein, und an Sylvester sind wir dann für zwei Tage in Saigon und schlittern (schwitzend?) ins neue Jahrzehnt.

Zweitausendzehn adieu! Und alles Gute für die nächsten Zehn!

Zwischen den Jahren





Ein Paar verspätete Weihnachtsgrüße in die Welt und aus der Ferne!!

Bei 30°C und der gleißenden Hitze von Bangkok ist es nicht so selbstverständlich, dass man far away from home in Stimmung kommt! Ist aber nicht so schlimm, wie auch schon in den vergangenen zwei Jahren sowieso nur das allerbeste draus gemacht, und wenn man in einer der coolsten Städte über Weihnachten drei Tage lang im Hafen liegt, kann da eigentlich nichts falsch zu machen sein… Also an dieser Stelle noch einmal meine liebsten Grüße, und ich hoffe, Weihnachten war für jeden das, was er sich erhofft hat!

Seit meinen letzten News ist einige Zeit vergangen, das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass mein Stundenkonto im November die dreihundert getoppt hat, und ich im Dezember auch die wenige Zeit, die ich frei hatte, so effektiv mit Landgängen und noch weiteren Freizeitaktivitäten gestaltet habe, wie möglich!:) Nicht, dass wir während der Überfahrt von Athen bis Teilziel 1 Dubai viel vom Land gesehen haben, bei acht Tagen auf See habe ich mich intensiv a) meiner Arbeit und b) meinem neuen Hobby, dem Salsatanzen, gewidmet. Es hat sich tatsächlich ein Jemand gefunden, der mich (nicht in die Irre) führen kann, und ich von blutigem Anfänger zu einer sehr interessierten Anfängerin geworden bin! Nie hätte ich gedacht, dass ich daran Gefallen finden würde! Da ist definitiv Potenzial, an dem ich dann in Mexico mit meiner Busenfreundin in diversen Salsabars feilen kann!! (lol)

In Dubai habe ich eine super Tour mitgemacht, eine Jeep-Dünen-4x4-Safari. Unbedingt weiterzuempfehlen, was für ein Spaß! Hat sich angefühlt, wie 1001 Nacht, und definitiv wieder ein Highlight. Es gibt so viele tolle Dinge, die man in Dubai machen kann, dieses Mal waren wir zum dritten Mal overnight da, und es gibt immer noch so viel zu machen!

Nach Dubai sind wir in Indien gewesen. Und dieses Mal haben sich die lokalen Behörden für uns Crew etwas ganz besonderes einfallen lassen- ohne Seemanspass kein Landgang. Als ob sie das die letzten beiden Male interessiert hätte..?! Noch nie hab ich mit einem deutschen Pass irgendwo nicht an Land gehen können. Gut, das lag vielleicht auch dieses Mal an extrem krass gelaunten Beamten vom Zoll und Hafenwache, die konnten gar nicht genug an Schnaps & Alkohol anfordern, um das Schiff klar zu machen. In diesem Kontext bekommt dieser Spruch dann wirklich wieder eine ganz ursprüngliche Bedeutung! Und somit haben wir, während die Gäste zwei Tage lang Mumbai erkundet haben, alle man das Schiff gehütet und es uns so angenehm wie möglich gemacht. Stichwort ‚Crewbar under the stars‘, und schon ist alles wieder gut.

In Phuket bin ich zum Patong Beach gefahren, und wenn man bedenkt, dass genau um diese Jahreszeit vor sechs Jahren die Riesenwelle an den Strand gerollt ist, und wie gut dort die Infrastruktur heute wieder intakt ist, das ist fast unglaublich. Die Thailänder sind so sehr eifrig und tüchtig, das sieht man wirklich nicht in vielen asiatischen Ländern. Und auch jetzt, nachdem wir über die Feiertage in Bangkok gelegen haben, kann ich nur wieder bestätigen: Ich liebe Thailand, das ist einfach ein großartiges Land zum Reisen!

Mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst habe ich schon in der Nacht vom 22. Dezember bekommen. Und zwar in Form von einem Riesen-Queen-size-bed-Zimmer mit Panoramafenster und Blick auf die hell erleuchtete Skyline von Singapur und dem wohl spektakulärsten Pool, den ich seit langem erlebt habe. Zusammen mit meinen beiden brasilianischen Freundinnen haben wir uns ein Geschenk der Extraklasse geleistet, und während wir im Hafen von Singapur lagen, für eine Nacht die Heiligen Drei Königinnen gespielt.:)
http://www.marinabaysands.com/SandsSkypark/Sands_Sky_Park.aspx

Am 22.Dezember hatten wir auch unseren turnaround day, Einschiffung, und uns dann auf die achtzehntägige Reise nach Hong Kong auf gemacht.