Oder fünf Monate und siebzehn
Tage. Soviel Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen.
Ich sitze an meinem Schreibtisch
und habe eine Aussicht auf hügelige, bunte Herbstwälder, mein antiker Globus
steht in der Fensterbank zusammen mit Familienbildern im Bilderrahmen. Meine
Fotosammlung aus der Welt hängt an der Wand.
Was in den letzten Monaten alles
geschehen ist – da haben sich sprichwörtlich Welten verschoben, aufgetan und neu
erschlossen.
Wie kommt man von
gerade-in-Ille-aus-Lima-eingeflogen-und-nun-in-Jena-ein-neues-Studium-zum-Wintersemester-beginnen?
Das ist eine längere Geschichte….passt thematisch aber weiterhin zu diesem
Reiseblog.
In nur wenigen Worten kann man es
so beschreiben: die Kreuzfahrtbranche hat See-seitig irgendwann mal ein Ende,
wenn man nicht gerade entweder die Karriereleiter hochklettern oder aber den
Absprung auch nicht verpassen möchte. Somit habe ich meine
Piraten-Braut-Karriere beendet, bin mit der Südamerika-Saison zum letzten Mal
zur Arbeit auf See gefahren, und habe meine zukünftigen Ex-Kapitäne-Schrägstrich-Ehemänner-in-Spe
hinter mir gelassen (LOL).
Und mich zunächst auf einen
erholsamen Sommer in Deutschland gefreut und
mich peu-à-peu auf einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben in deutschen
Landen eingestellt.
Gelandet bin ich zunächst bei
einer bekannten deutschen Reederei im schönen Hamburg. Vor lauter Hamburg-Liebe
und Wasser-und-Hafen-Sehnsucht habe ich fast das Wesentliche aus dem Blick
verloren…und zum Glück noch rechtzeitig festgestellt, dass die Kreuzfahrt von
der Landseite aus nicht halb so spannend ist, wie von der Seeseite aus.
Und da ein Zurückgehen auf See
für mich auch nicht in Frage kommt, und mir das Motto „Der Weg ist das Ziel“
auch sehr am Herzen liegt, hab ich in mich hinein gehorcht, und mich
entschlossen, dass es für einen Komplett-Schwenk auch noch nicht zu spät ist.
Sowieso nie!
Hätte mir jemand vor fünf Monaten
erzählt, dass ich zum Oktober Studentin an der Friedrich-Schiller-Universität
in Jena werde, dem hätte ich im Brustton der Überzeugung einen Vogel gezeigt.
Aber wie es manchmal so ist. Wer weiß,
wozu die ganzen letzten Monate, Umwege und Kopfzerbrechen gut gewesen sind. So,
wie es jetzt anläuft, und was am Ende herauskommen soll, fühlt sich auf jeden
Fall am allerrichtigsten an. Und das ist die Hauptsache…!
Wenn alles gut geht, und da werd
ich mich sehr drum bemühen, werde ich in die Fußstapfen meiner Mama treten, und
irgendwann auch vor einer Klasse erwachsener, halbstarker Berufsschüler stehen :).
Das Reisen werde ich vorerst auf
meine Semesterferien beschränken müssen. Aber die Weltluft geht einem
Gott-sei-Dank nicht so leicht abhanden, ich hab weiterhin meine lieben Freunde,
die mich aus aller Welt und den sieben Meeren auf dem Laufenden halten…
Herbstliche Grüße aus der Mitte
Deutschlands!!
Und wie immer freue ich mich auf News aus allen
Himmelsrichtungen :)
Ahoi!

Wenn es sich richtig anfühlt, wird es wohl auch richtig sein. Ich wünsche Dir viel Erfolg in Jena.
AntwortenLöschenUnd von den Exkapitänen weiss man ja, dass in jedem Hafen eine andere wartet...