Freitag, 12. Oktober 2012

Einhundertsiebzig Tage



Oder fünf Monate und siebzehn Tage. Soviel Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. 

Ich sitze an meinem Schreibtisch und habe eine Aussicht auf hügelige, bunte Herbstwälder, mein antiker Globus steht in der Fensterbank zusammen mit Familienbildern im Bilderrahmen. Meine Fotosammlung aus der Welt hängt an der Wand.

Was in den letzten Monaten alles geschehen ist – da haben sich sprichwörtlich Welten verschoben, aufgetan und neu erschlossen.

Wie kommt man von gerade-in-Ille-aus-Lima-eingeflogen-und-nun-in-Jena-ein-neues-Studium-zum-Wintersemester-beginnen? Das ist eine längere Geschichte….passt thematisch aber weiterhin zu diesem Reiseblog.

In nur wenigen Worten kann man es so beschreiben: die Kreuzfahrtbranche hat See-seitig irgendwann mal ein Ende, wenn man nicht gerade entweder die Karriereleiter hochklettern oder aber den Absprung auch nicht verpassen möchte. Somit habe ich meine Piraten-Braut-Karriere beendet, bin mit der Südamerika-Saison zum letzten Mal zur Arbeit auf See gefahren, und habe meine zukünftigen Ex-Kapitäne-Schrägstrich-Ehemänner-in-Spe hinter mir gelassen (LOL).
Und mich zunächst auf einen erholsamen Sommer in Deutschland gefreut und  mich peu-à-peu auf einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben in deutschen Landen eingestellt.

Gelandet bin ich zunächst bei einer bekannten deutschen Reederei im schönen Hamburg. Vor lauter Hamburg-Liebe und Wasser-und-Hafen-Sehnsucht habe ich fast das Wesentliche aus dem Blick verloren…und zum Glück noch rechtzeitig festgestellt, dass die Kreuzfahrt von der Landseite aus nicht halb so spannend ist, wie von der Seeseite aus.

Und da ein Zurückgehen auf See für mich auch nicht in Frage kommt, und mir das Motto „Der Weg ist das Ziel“ auch sehr am Herzen liegt, hab ich in mich hinein gehorcht, und mich entschlossen, dass es für einen Komplett-Schwenk auch noch nicht zu spät ist. Sowieso nie! 

Hätte mir jemand vor fünf Monaten erzählt, dass ich zum Oktober Studentin an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena werde, dem hätte ich im Brustton der Überzeugung einen Vogel gezeigt.

Aber wie es manchmal so ist. Wer weiß, wozu die ganzen letzten Monate, Umwege und Kopfzerbrechen gut gewesen sind. So, wie es jetzt anläuft, und was am Ende herauskommen soll, fühlt sich auf jeden Fall am allerrichtigsten an. Und das ist die Hauptsache…!
Wenn alles gut geht, und da werd ich mich sehr drum bemühen, werde ich in die Fußstapfen meiner Mama treten, und irgendwann auch vor einer Klasse erwachsener, halbstarker Berufsschüler stehen :).

Das Reisen werde ich vorerst auf meine Semesterferien beschränken müssen. Aber die Weltluft geht einem Gott-sei-Dank nicht so leicht abhanden, ich hab weiterhin meine lieben Freunde, die mich aus aller Welt und den sieben Meeren auf dem Laufenden halten…

Herbstliche Grüße aus der Mitte Deutschlands!! 
Und wie immer freue ich mich auf News aus allen Himmelsrichtungen :)
Ahoi! 

1 Kommentar:

  1. Wenn es sich richtig anfühlt, wird es wohl auch richtig sein. Ich wünsche Dir viel Erfolg in Jena.
    Und von den Exkapitänen weiss man ja, dass in jedem Hafen eine andere wartet...

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