Montag, 16. Januar 2012

Buenos Aires...die Melancholische


Nachdem wir in Montevideo in diesem wunderschoenen Mercado del Puerto, einer Markthalle im Style des Paris vom Anfang der 20er-Jahre, wahrscheinlich ein ganzes Rind verspeist haben, und ich kann wirklich nur sagen: es war das b-e-s-t-e Rinderfilet das ich je in meinem Leben gegessen habe, wir waren wie besessen... - Danach sind wir fuer ganze drei Tage nach Buenos Aires gefahren.

Haaah. Buenos Aires. Die Schöne. Die Melancholische. Ich habe ewig davon getraeumt, diese Stadt zu besuchen, von der man hoert, dass sie einen sexy Latino-Europäischen Charme besitzt, gepaart mit erlesener Eleganz. Eine wirklich einzigartige Metropole!

Und weil man mit Buenos Aires nicht nur Evita sondern auch Tango in Grossbuchstaben verbindet, sind meine Freundin Juliana und ich gleich am ersten Abend auf eine fantastische Tango-show gegangen: Carlos Gardel. Noch Tage spaeter hab ich diese Chansons im Kopf, der Tanz, Gesang, das Orchester, alles drumherum...man hat sich in das Buenos Aires der 20/30er Jahre zurueck versetzt gefuehlt, es wahr einfach atemberaubend schoen!!

Am naechsten Tag sind wir...gelaufen und gelaufen. Die ganze Stadt. Nunja, fast. Den Evita-Friedhof hab ich nicht mehr geschafft, aber es muss ja auch noch was uebrig bleiben fuer’s naechste mal. Ich habe fest vor, irgendwann (bald?) Argentinien einen ausgiebigen Urlaub zu widmen!!! Find ich jetzt schon so was von toll, und persoenlich gefaellt es mir besser noch als Brasilien! Es ist einfach so...sophisticated schoen! Europäisch! Und doch...Latino!

In La Boca reihen sich Haueser mit bunten Fassaden aneinander, es gibt Strassenstaende auf den Kopfsteinpfasterstrassen mit Malerei und allerlei Kunsthandwerk, die Bars haben jeweils ihre eigene kleine Buehne zur Strasse hinaus, auf der man Tango-tanzende-Paare beobachten kann.

Auf der Plaza Mayo, dem Herzen der Stadt, steht das Casa Rosada, mit dem beruehmten Balkon, von dem Evita damals ...man kennt die Geschichte.

Und Puerto Madero erinnert mich mit seinen ausgezeichnet stylisch-restaurierten Backstein-Fassaden, ehemalige Hafen-Silo-Gebaeude, so sehr an Hamburg...ich kann nur sagen: ich bin hin und weg!!

Als Bonbon wurden wir von einem Freund meines allerliebsten Kollegen Jose, der in Buenos Aires lebt und dort auch ausgestiegen ist, um in die Ferien zu gehen, in ein Theater eingeladen, dessen Direktor der Freund von Jose ist. Die Vorstellung des Abends war eine spanische Flamenco-Saengerin Schraegstrich Taenzerin. Mit hervorragendem Drum-Duo, wirlich was aus der Ecke. Und zum kroenenden Abschluss sind wir im Hotel Faena, dem glaub ich stylischsten Hotel in BA, abgestiegen und haben fancy cocktails und tapas geschlemmt. Jose hat dort vorher gearbeitet, und wir sollten uns hueten, nicht seinen Empfehlungen zu folgen!! Hat sich mehr als gelohnt. Wir sind absolut ge-WOW-t worden!!!

Nun sind wir auf dem Weg in Richtung Antarktis. Endlich. Unser erster Stopp fuehrt uns auf die Falkland Inseln nach Port Stanley. ICH WILL PINGUINE SEHEN J!

Unsere Gedanken gehen natuerlich in diesen Tagen an die Opfer der schrecklichen Katastrophe der Costa Concordia vom vergangenen Freitag. Das geht durchs Mark, und wir haben direkt ein meeting fuer die gesamte Crew einberufen gehabt, um uns alle auf den Stand zu bringen. Nicht, dass wir das bezweifeln wuerden, aber deshalb machen wir unsere Drills gefuehltermaßen allwoechentlich. In der Tat ist es alle zwei Wochen. Und wir stoehnen immer. Aber das bringt uns wirklich ins Bewusstsein, was wirklich im Falle eines Notfalls passieren kann, und man denkt sich, es hat doch alles seine Berechtigung. Und wir fuehlen uns mit unserem Kapitaen Johannes, einer wirklichen Perle, ich kann es nicht ansers sagen, in den sichersten Haenden.

Prompt waehrend unseres ersten Seetages nachdem wir Montevideo verlassen hatten, hatten wir einen Total-Black-Out. Samstag Nachmittag. Ich dachte, was ist DAS denn, das kann doch nur ein schlechter Witz sein!! Um 17 Uhr am nachmittag, und alle Lichter gehen aus, keine Motorengeraeusche, nichts! Aber auch hier hat Captain Johannes sofort eine Durchsage nach der naechsten gemacht, wir sind alle auf dem Laufenden gehalten worden, und es lag wohl an dem neuen Treibstoff, den wir extra fuer unseren Trip in die Antarktis tanken mussten, der Uebergang von vorherigem zu dem Neuen Stoff war wohl fuer die Maschinen etwas zu viel. Aber nach einer halben Stunden ruhigen Floatings auf Hoher See, sind wir - als sei nichts gewesen - weitergefahren, und alles ist in bester Ordnung. Aber der Zeitpunkt fuer einen solchen Blackout, wo man stuendlich in den News neue Horrorberichte von der Costa hoert, war denkbar schlecht.

Dennoch...Antarktis...wir kommen! Ich glaub, wir muessen uns bald waermer anziehen J

Noch etwas...

Heute haette mein lieber Opi Didi Geburtstag...Happy Birthday

Und ach, und NOCH etwas:

Ich freu mich auf meinen Überraschungsbesuch von Stef & Kristina nächste Cruise, der KNALLER!!!



1 Kommentar:

  1. Henni, ahoi! Ich habe bei der Berichterstattung über die Costa Concordia natürlich auch immer an Dich denken müssen. Shcön, daß es Dir gutgeht. Ich wünsche Dir weiter eine gute Fahrt und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel. (was für ein weiser Spruch!)

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